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Norddeutsche Neueste Nachrichten

07. Dezember 2016 | 11:35 Uhr

Hilfsaktion in Rostock : Näher unterstützen das Ehrenamt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In den DRK-Werkstätten für Menschen mit Behinderung entstehen die ersten Rettertaschen der Hansestadt

Vorsichtig führt Sabine Packebusch den Stoff unter dem Nähmaschinenfüßchen entlang. Nach zwei langen geraden Nähten ist der Arbeitsschritt beendet und der Turnbeutel fast fertig. Er ist eine von drei so genannten Rettertaschen, mit deren Verkauf der Kreisverband Rostock des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Spenden für die ehrenamtliche Arbeit sammeln will.

In der DRK-Werkstatt für behinderte Menschen in Schmarl sitzen fünf von insgesamt 17 Beschäftigten der Näherei an der Produktion von erst einmal 500 Taschen. Neben dem Turnbeutel gibt es noch einen Stoffbeutel mit langen Henkeln sowie einen kleinen Kulturbeutel, der sowohl Waschtasche als auch Stiftmäppchen sein kann. Alle aus strapazierfähiger Canvas-Baumwolle in grau und weiß mit kleinen roten Kreuzen – dem einzigen äußeren Hinweis darauf, was mit dem Kauf der Taschen Gutes getan wird.

Die Idee dazu hatte Stefanie Kasch. Zusammen mit Jutta Boldt, Leiterin der Näherei, entwickelte sie drei Prototypen, die nun in einer ersten Auflage hergestellt und unter anderem am DRK-Stand auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt verkauft werden. „Der Erlös kommt der Ausrüstung und Ausbildung von Wasserwacht, Jugendrotkreuz und Bereitschaft zugute, denn unsere Ehrenamtler sind spendenfinanziert“, sagt Kasch.

Die Rettertaschen sind eine Premiere für die DRK-eigene Näherei, in der sonst an Industriemaschinen Aufträge für Privat- und Geschäftskunden bearbeitet werden. Sabine Packebusch und ihre Kollegen haben Spaß an der neuen Aufgabe. „Ich habe auch schon Wickelauflagen und Anhänger für Kleidung genäht“, erzählt die Werkstatt-Mitarbeiterin.

Angeleitet wird sie von Jutta Boldt und Elke Hagemeister, zwei gelernten Herrenmaßschneiderinnen, die mit Fachwissen und Geduld jeden Produktionsschritt so lange erklären, bis er sitzt. „Jeder unserer Mitarbeiter hat jede Auftragsarbeit einmal ganz durchgearbeitet, damit sie wissen, worum es geht. Danach achten wir darauf, was dem Einzelnen am besten liegt“, beschreibt Boldt die Arbeit in der Näherei. Sieben Stunden täglich und fünfmal pro Woche sind die Mitarbeiter inklusive Pausen tätig.

Ob Dekorationselemente für Möbelhäuser, Ladungssicherungsnetze oder das Anbringen von kleinen Etiketten – die Auftragsbücher der Näherei sind gut gefüllt. Dass Kapazität für die Rettertaschen und damit das eigene Ehrenamt geschaffen wurde, war für Jutta Boldt und ihre Beschäftigten aber Ehrensache.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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