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Norddeutsche Neueste Nachrichten

04. Dezember 2016 | 09:10 Uhr

Spatenstich : Nach Zoff: Baustart im Petriviertel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

BG Neptun setzt Spatenstich an der Warnow. Für 20 Millionen Euro entstehen 70 Wohnungen. Nachbarn geben sich versöhnlich

Wo vor zehn Jahren noch Brachland und Baracken das Petriviertel dominierten, entstehen inzwischen Hunderte Wohnungen. Für ihr Projekt Am Haargraben hat die Rostocker Baugenossenschaft (BG) Neptun gestern an der Warnow den Spatenstich gesetzt. In den zwei Häuser-Riegeln sollen 70 Wohnungen entstehen – Smarthomes mit Aufzügen, Terrassen, Balkonen und verschiedenen Grundrissen. Dafür investiert die BG Neptun 20 Millionen Euro. „Wir haben bereits viele Interessenten und Wartelisten angelegt. Die Ausschreibungen werden ab Frühjahr erfolgen“, sagt Aufsichtsratsmitglied Cornelia Haseloff.

Am Dienstag sollen Am Haargraben die Arbeiten beginnen: Mittels Bohrpfahlgründung muss zunächst der schlechte Baugrund überbrückt werden. „Der Boden hier ist sehr speziell“, sagt Architekt René Schneiders. Weil das 3200 Quadratmeter große Grundstück in unmittelbarer Warnownähe liege, müsse man fast 13 Meter in die Tiefe gehen, bevor fester Grund erreicht werde. „Sonst könnte man hier kein Haus hinbauen und alles würde uns wegschwimmen“, sagt Schneiders. Etwa vier Monate sollen die Bodenarbeiten dauern, sodass der Rohbau im Frühjahr beginnen könne. Trotz der baulichen Hürden sollen die Mieten für die Zwei- bis Viereinhalb-Raum-Wohnungen um die zehn bis elf Euro pro Quadratmeter liegen. Die Einzüge peilt die BG Neptun zum Stadtjubiläum 2018 an.

Dabei hatte es im Vorfeld hitzige Gefechte um die Pläne der BG Neptun gegeben, weil die 50 Zentimeter höher bauen wollen als die Nachbarn. Die WG Warnow und die Altstadtkieker hatten der Stadt vorgeworfen, die BG Neptun durch Ausnahmen vom B-Plan zu bevorzugen. Am Ende gab es aber grünes Licht aus dem Rathaus. „Wir haben viele Diskussionen durchlebt, aber alle Beteiligten haben sich kompromissbereit gezeigt“, lobt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Es sei nicht selbstverständlich, dass die Bauherren jetzt höher und breiter arbeiten dürfen, als angedacht. „Wir müssen bedenken, dass wir ja irgendwann Nachbarn sind. Wir müssen uns arrangieren und nicht immer weiter streiten“, sagt Altstadtkieker Martin Pätzold beim Spatenstich.

So eint der Grundtenor die Parteien: Rostock braucht dringend Wohnraum. Insgesamt sollen im Petriviertel 450 neue Wohnungen für rund 1000 neue Hansestädter entstehen, so Roland Methling.

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