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Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. April 2017 | 17:37 Uhr

Kultur-Premiere : MV bekommt einen Literaturpreis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vier Institutionen aus dem ganzen Land richten ersten Wettbewerb aus. Verleihung findet am 10. Dezember in Rostock statt.

Ein lang gehegter Wunsch, ein viel besprochenes Thema, ein nun endlich realisiertes Projekt: Zum ersten Mal wird am 10. Dezember der Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern verliehen. Initiiert wurde das Projekt vom Literaturrat in Zusammenarbeit mit den vier ausrichtenden Einrichtungen Literaturhaus Rostock, Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop, Literaturhaus Vorpommern im Greifswalder Koeppenhaus und Freiraum Verlag Greifswald. „Wir würden uns aber auch freuen, wenn sich weitere Institutionen anschließen“, sagt Ulrika Rinke, seit dem Frühjahr Leiterin des Rostocker Literaturhauses. Schon ihre Vorgängerin Katinka Friese habe sich für das Projekt eingesetzt. Umso mehr sei sie froh, dass es nun mithilfe von Landesfördermitteln und der Unterstützung eines privaten Spenders umgesetzt werden kann.

Natürlich gibt es bereits Literaturpreise im Land. Da wäre zum Beispiel der Uwe-Johnson-Preis, der Autoren verliehen wird, deren Arbeit etwas mit dem Werk Johnsons zu tun hat. Der Wolfgang-Koeppen-Preis geht an denjenigen, den der amtierende Preisträger dafür vorschlägt. An Schriftsteller, die sich dem Europäischen Dialog verpflichtet fühlen, richtet sich der Usedomer Literaturpreis. „An unsere Auszeichnung knüpft sich eigentlich nur die Bedingung, dass der Autor in MV geboren sein muss oder eine relevante Zeit seines Lebens hier verbracht hat“, erklärt Rinke. Weder Alter noch Genre sind vorgegeben. Die Einsendungen sind anonym, sodass sowohl bekanntere als auch unentdeckte Teilnehmer die gleiche Chance haben.

„Wir haben uns sehr über die Resonanz gefreut“, sagt Rinke. Nach der Ausschreibung im Juni gingen dem Literaturrat 104 gültige Einsendungen zu. Mittlerweile sind die Finalisten nominiert. „Es sind drei Frauen und drei Männer geworden – ein schöner Zufall“, sagt Rinke. Nominiert sind Johanna Sailer, Marion Skepenat und Katrin Sobotha-Heidelk sowie Okke Baumbach, Kai Grehn und Mathias Jeschke.

In der Jury sitzen Anne Blaudzun, die schon seit Langem Redaktionsmitglied der „Risse“, der Publikation des Rostocker Literaturhauses, ist, außerdem Literaturwissenschaftler und -kritiker Prof. Moritz Baßler, der als Assistent Helmut Lethens an der Uni Rostock habilitierte, und Literaturkritikerin Wiebke Porombka, die früher einmal als Dramaturgieassistentin am Volkstheater war. Nachdem sich die Juroren jeder für sich auf die Favoriten geeinigt haben, darf am 10. Dezember über den Sieger gestritten werden. Dotiert ist der Preis mit 2000 Euro, dazu gibt es einen einmonatigen Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Lukas sowie die Möglichkeit, im Freiraum Verlag zu publizieren.

Neben dem Hauptpreis werden am Abend der Preisverleihung drei Publikumspreise verliehen, die mit 1000, 500 und 300 Euro dotiert sind. Die prämierten Texte werden in einer Anthologie veröffentlicht. „Uns geht es zum einen darum, die literarischen Institutionen des Landes sichtbar zu machen. Zum anderen möchten wir die Autoren ermutigen, diese Plattform für sich zu nutzen“, so Rinke.

Die Finalisten

  • Okke Baumbach (1987, Oberfranken): Studium in Greifswald, unterrichtet derzeit  an der Newcastle University in Nordostengland, bislang keine Veröffentlichungen
  • Kai Grehn (1969, Grevesmühlen): Autor und Regisseur in Berlin, bereits zahlreiche Auszeichnungen
  • Mathias Jeschke (1963, Lüneburg): Lyriker aus Stuttgart, lebte von August 1995 bis Dezember 1998  in Rostock, im Rostocker Hinstorff-Verlag erschien zuletzt das Bilderbuch „Was meine Eltern von mir lernen können“
  • Johanna Sailer:  in Berlin und Zempin auf Usedom aufgewachsen, Studium der Germanistik und Philosophie in Dresden und Berlin,  2015 Stipendiatin des Poetencamps des Literaturhauses Rostock
  • Marion Skepenat: seit 1985 schriftstellerisch tätig, veröffentlichte unter anderem in der Literaturzeitschrift „Risse“ sowie im im BS-Verlag (Rostock)
  • Katrin Sobotha-Heidelk (1968, Schwerin): Studium in Berlin, in einem Medienarchiv tätig, veröffentlichte in Schweriner Verlagen und zuletzt „Ein Leben weiter. Vom Mut, sich der Sucht zu stellen“, im  Herbst 2017 erscheint ihr Romandebüt im Freiraum-Verlag

Termin: Sonnabend, 10. Dezember, 18 Uhr, Festsaal im Rathaus Rostock

 

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erstellt am 29.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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