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Norddeutsche Neueste Nachrichten

03. Dezember 2016 | 22:54 Uhr

Rostock : Mensa wird abgerissen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Neubau geplant. Wohnungsnot für Studenten

Einen Platz im Hörsaal haben die neuen Rostocker Studenten sicher. Einen Platz zum Wohnen allerdings nicht. „Wir mussten 1000 Anfragen ablehnen“, sagt Kai Hörig. Der Chef des Rostocker Studentenwerks kann sich seine Wohnheim-Mieter aussuchen – doch froh macht ihn diese Situation nicht. Allein zum gerade begonnenen Wintersemester meldet er einen Fehlbedarf von 650 Plätzen. Und die Zahl steige dramatisch: Vergangenes Jahr hätte er „nur“ 800 Absagen geben müssen.

Deshalb hat der 44-Jährige aktuell zwei Bauvorhaben auf seinem Schreibtisch, die vom Land als zuständiger Genehmigungsbehörde bereits planungsrechtlich grünes Licht bekommen hätten: So sollen in der Max-Planck-Straße in der Rostocker Südstadt durch die Erweiterung eines bereits bestehenden Wohnheimes 100 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Auf dem Gelände der alten Orthopädie in der Ulmenstraße, das dem Studentenwerk gehört, sollen es mithilfe eines Neubaus noch einmal 70 werden.

Außerdem soll auf diesem Areal die Kleine Mensa Ulme abgerissen werden. Eigentlich als Übergangslösung für vier Jahre gedacht, stehe diese Mensa laut Hörig mittlerweile bereits acht Jahre und soll nun einer neuen Mensa mit 400 Plätzen weichen. „Ich rechne mit einer Realisierung bis 2020 und neun Millionen Euro Investitionskosten für die Mensa, inklusive Wohnheim mit 14 Millionen“, sagt der Chef des Studentenwerks. Für die neu zu schaffenden Wohnheimplätze muss ordentlich Geld in die Hand genommen werden. Pro Platz sei – Möblierung inklusive – mit 65 000 Euro zu kalkulieren. „Mein Ziel ist es, möglichst schnell den Minimalbedarf abzudecken. Wir wollen deshalb nicht nur bauen, wir müssen es sogar“, erklärt Hörig. Aktuell würde das Studentenwerk in der Hansestadt eine Versorgungsquote von zehn Prozent erreichen. 15 Prozent sind laut Geschäftsführer ein notwendiger und auch realistischer Bedarf.

Die Wohnungsnot der Rostocker Studenten sei zu Beginn eines jeden Wintersemesters so hoch, dass Hörig den Erstsemestern als Notlösung sogar Wohnheimplätze in Wismar anbietet. Darüber kann er verfügen, weil das Studentenwerk der Hansestadt auch für den Standort Wismar mit zuständig ist und es dort noch ausreichend freie Kapazitäten gibt.


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erstellt am 08.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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