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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. Juni 2016 | 19:40 Uhr

Shorttrack : „Meine Karriere ist beendet“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sein Körper gibt nicht mehr her: Mit Torsten Kröger vom ESV Turbine nimmt ein verdienter Veteran des Shorttrack Abschied

„Hier, beim fünften Weltcup der Saison in meiner zweiten Heimat Dresden, wird der Countdown für einen ganz besonderen Schritt meiner Karriere eingeläutet. Doch hierzu später mehr“, hatte der für den ESV Turbine Rostock startende Shorttracker Torsten Kröger vor anderthalb Wochen auf Facebook angekündigt. Jetzt bestätigt der verdiente Veteran des Kurzbahn-Eisschnelllaufs: Ja, er beendet seine Laufbahn. Redakteur Peter Richter sprach mit dem 28-jährigen.


Torsten, mit den 500 Metern beim letzten Weltcup der Saison in Dordrecht beendeten Sie Ihre lange Karriere – wieso ausgerechnet, indem Sie eine US-Comicfigur präsentierten?
Torsten Kröger: Dass ich
nun gerade ein Captain-America-T-Shirt unter dem Rennanzug anhatte, war mehr zufällig, in der Regel trägt man ja schnittfestes Unterzeug. Ich hatte aber natürlich überlegt, was man beim letzten Zieleinlauf Besonderes reinbringen kann. Unsere langjährigen Leipziger Partner von der Firma Swiss Timing haben das ein bisschen „angestochen“. Die meinten, mach mal was, laufe rückwärts durchs Ziel oder so. Ich habe dann den Reissverschluss runtergezogen und das T-Shirt gezeigt. Eigentlich hätte das die Disqualifikation zur Folge gehabt, aber der Schiedsrichter hat gesagt, weil es das letzte Rennen ist, lassen wir das mal durchgehen. Rein zufällig war ich kurz vor dem Ziel gestürzt. So blieb etwas mehr Zeit, als das sonst in einem 500-Meter-Rennen der Fall ist, und die Geste kam etwas mehr zur Geltung.

Was hat Sie zum Rücktritt bewogen?
Es gibt mehrere Gründe. Zum einen geht es um meine berufliche Zukunft, dass ich mich in meinem fortgeschrittenen Alter auch im normalen Leben einfinde und Geld verdiene. Ich möchte zur Feuerwehr, bevorzuge da tendenziell Berlin oder Hamburg. Denn in Dresden gibt es leider nicht die Möglichkeit, weil da der Lkw-Führerschein Voraussetzung ist, und in Rostock müsste ich zuvor ein Jahr vor Ort gearbeitet haben.

Sie sprachen von mehreren Gründen.
Ja. Ein weiterer ist die Motivation. Shorttrack liegt mir am Herzen, aber die Arbeit, die dahintersteckt, ist mir über den Kopf gewachsen, der Aufwand ist zu hoch. Mein Körper gibt nicht viel mehr her. Es reicht nicht, um aus eigener Kraft zum Beispiel bei Weltcups das Viertel- oder Halbfinale zu erreichen – und somit auch nicht für Olympia.

Dabei liefen Sie doch gerade erst bei den Weltcups, im Dezember 2015 in Shanghai über 1500 Meter (2:16,261 Minuten) bzw. diesen Monat in Dresden über 1000 Meter (1:26,050), persönliche Bestzeiten…

Wenn die Rennen schnell sind, halte ich Anschluss, kann aber hinten heraus nicht mehr agieren, das ist nicht mehr möglich. Körperlich und von der Leistung her bin ich auf dem besten Niveau, das ich je hatte, aber Shorttrack hat sich ja auch weiterentwickelt, und da reicht es einfach nicht aus für das, was der Verband (Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG – d. Red.) erwartet und was mein eigener Anspruch ist. Es genügt definitiv nicht, um international in die Top Ten zu laufen.

Sie werden dem Shorttrack aber erhalten bleiben.
Ja. Dordrecht war geplant mein letztes Rennen, damit ist meine Leistungskarriere beendet, und ich möchte auch ungern zurückrudern. Ich trainiere aber bis Saisonende normal weiter, schon allein wegen der Weltmeisterschaften im März in Seoul. Ich bin zwar nur dritter Mann und rechne nicht damit, als Nachrücker dort zu starten, aber ich muss mich natürlich bereithalten. Danach geht es noch bis Ende 2016 weiter, zumal ich als Hauptfeldwebel nach wie vor Mitglied der Bundeswehr-Sportfördergruppe Frankenberg bin. Wettkämpfe werde ich aber nicht mehr bestreiten.








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erstellt am 17.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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