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Verkehr in Rostock : Mehr Sicherheit in Bus und Bahn

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

RSAG will aufrüsten, um künftig auch E-Scooter zu befördern. Kampagne zu blauen Tastern und „Halten auf Wunsch“ gestartet.

Nachdem die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) im Februar aus Sicherheitsgründen die Mitnahme von E-Scootern in Bussen und Bahnen untersagt hatte, war der Protest groß. Jetzt hat das Unternehmen zugesichert, seine Fahrzeuge umzurüsten, um künftig gefahrenfrei die Elektromobile befördern zu können. „Wir wollen uns keinesfalls querstellen, sondern unsere Busse und Bahnen umrüsten. Dafür nehmen wir einiges Geld in die Hand“, sagt Jan Bleis, Technischer Vorstand der RSAG.

Petra Kröger, die Behindertenbeauftragte der Stadt, sieht das Entgegenkommen der RSAG positiv: „Wir sind auf dem richtigen Weg. Die sind auch dabei, Scooter-Schulungen anzubieten“, sagte Kröger gestern in der Sitzung des Sozialausschusses. Dessen Vorsitzende Margit Glasow (Linke) hatte befürchtet, dass es eher ein bis zwei Jahre dauern würde, bevor gehandelt werde. Wann genau die Fahrzeuge mit Aufstellflächen, Halte- und Sicherungsvorrichtungen an drei Seiten ausgestattet sein werden, könne er aber noch nicht sagen, so Bleis.

Um Fahrgäste künftig noch sicherer an ihr Ziel zu bringen und dem Personal die Arbeit zu erleichtern, hat die RSAG gestern auf dem Doberaner Platz zudem eine dreimonatige Informationskampagne gestartet. Mit Plakaten an Haltestellen und öffentlichen Aktionen mit dem Maskottchen „Tasti“ sollen Fahrgäste auf den blauen Taster und die Aktion „Halten auf Wunsch“ aufmerksam gemacht werden. „Der blaue Taster sorgt dafür, dass die Türen nicht wie gewöhnlich nach zwei bis drei Sekunden per Lichtschranke geschlossen werden. Wenn Fahrgäste ihn betätigen, bleibt die Tür so lange geöffnet, bis der Fahrer sie manuell wieder schließt“, erklärt Bleis. Dies sei besonders für mobilitätseingeschränkte Personen, Fahrgäste mit Rollstuhl oder Kinderwagen von Vorteil. Außerdem sorge die flächendeckende Videoüberwachung in den Fahrzeugen für eine höhere „gefühlte Sicherheit“ bei den Kunden und arbeite präventiv gegen Übergriffe in Bussen und Bahnen.

Hintergrund für die Aktion war eine Kundenbefragung im Herbst, aus der hervorging, dass die Fahrgäste zwar insgesamt zufriedener waren als noch vor drei Jahren, aber in puncto Sicherheit noch Luft nach oben sei, so RSAG-Vorstand Bleis.

Kommentrar von Katrin Zimmer: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Blaue Tasten, Halten auf Wunsch und Kameras in Bus und Bahn mögen zwar helfen, die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr zu erhöhen. Was allerdings auf Bahnsteigen und Straßen rund um die Haltestellen – gerade nachts und ab vom Schuss passiert, kann auch die RSAG nicht kontrollieren. Denn da wäre eine Videoüberwachung im öffentlichen Raum vonnöten und die liegt nicht in den Händen des Unternehmens, sonder muss vonseiten der Politik ins Leben gerufen werden. In Rostock ist die bisher jedoch unerwünscht. Fragt sich also, was passieren muss, bis diese Lösung als gut erkannt wird.
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erstellt am 20.Apr.2017 | 12:00 Uhr

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