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Norddeutsche Neueste Nachrichten

07. Dezember 2016 | 15:25 Uhr

Gruseliger Einsatz in Rostock-Dierkow : Mann lebt mit totem Bruder einen Monat zusammen

vom

Toter saß knapp vier Wochen lang auf einem Stuhl am Küchentisch. Seinem Bruder fiel der Abschied schwer.

Zu einem äußerst ungewöhnlichen und eigentlich unvorstellbaren Einsatz ist es am Donnerstag Vormittag im Rostocker Stadtteil Dierkow gekommen. Polizei und Rettungskräfte wurden in die Wohnung eines Mehrfamilienhauses im Kurt-Schumacher-Ring gerufen. Dort fanden sie die Leiche eines 45-jährigen Mannes vor. Der Tote saß auf einem Stuhl am Küchentisch.

Nach einer ersten Befragung kam heraus, dass der Bruder des Toten, ein 49-Jähriger, zusammen mit der Leiche über einen Monat in der Wohnung "gelebt" hat. Dazu gehörte auch das "gemeinsame" Essen - so, als ob nichts passiert wäre. Wie die Polizei mitteilte, war der 45-Jährige bereits in den späten Abendstunden am 31. Oktober gestorben. Dessen Bruder hatte aber weder einen Notarzt, noch die Polizei gerufen, geschweige denn in der Familie den Tod bekannt gegeben. So blieb der Tote über einen Monat lang in der Küche auf einem Stuhl am Tisch sitzen. Erst am heutigen Donnerstag hielt der Mann laut Polizei den Verwesungsgeruch nicht mehr aus und verständigte die Rettungskräfte. "Er nahm auf seine Weise Abschied von seinem toten Bruder - über einen Monat lang", sagte ein Polizist.

Die Kriminalpolizei wurde verständigt, die Beamten stellten einen natürlichen Tod des 45-Jährigen fest, der vor seinem Tod schwer krank war. Wie es hieß, hätten die Brüder über 20 Jahre gemeinsam in der Wohnung im Kurt-Schumacher-Ring gelebt. Deshalb habe ihm der Abschied besonders schwer gefallen. Die Polizei prüft nun, ob gegen den 49-Jährigen Ermittlungen eingeleitet werden. Im Raum steht eine mögliche unterlasse Hilfeleistung mit Todesfolge.
 

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erstellt am 01.Dez.2016 | 12:33 Uhr

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