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Norddeutsche Neueste Nachrichten

27. März 2017 | 12:40 Uhr

Prozess in Rostock : Lieferant belastet Dealer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Marten S. soll als Großabnehmer der Cannabisernten gedient haben

Im Dealer-Prozess gegen den Rostocker Immobilienkaufmann Marten S. ist dieser am Mittwoch von seinem Lieferanten Maximilian Ü. schwer belastet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 30-Jährigen Drogenhandel in 31 Fällen vor. Dabei soll er von 2010 bis 2016 rund 25 Kilo Marihuana von Maximilian Ü. erworben und dann mit insgesamt 161 000 Euro Gewinn weiterverkauft haben.

Maximilian Ü. war im Sommer 2016 aufgeflogen. Zusammen mit anderen hatte der 26-Jährige mehrere Cannabisplantagen in einem Mehrfamilienhaus in Jarchow, Kreis Parchim-Ludwigslust, angelegt. Er sei Spätabends am Haus erschienen und habe sofort festgestellt, dass etwas nicht stimme, berichtete Maximillian Ü. Beim Blick in die Fenster habe er gesehen, dass eine Hausdurchsuchung stattgefunden haben musste. Der Strom war abgeschaltet. Im Dunkeln habe er sich nach oben getastet, Gummischuhe und einen Umhang geholt und dann die Nacht im Wald verbracht. Von dort habe er seine Eltern benachrichtigt.

Bereits in seiner ersten Vernehmung gab Maximillian Ü. Hinweise auf Marten S. als Abnehmer. Er gab an, schon 2010 in seiner Wohnung in Toitenwinkel Cannabispflanzen gezüchtet zu haben, deren Ernte er an Marten S. verkaufte. Diesen kannte er aus der Schulzeit in der Großen Stadtschule am Rosengarten. Ende 2014 hätte er mit Robert H., ebenfalls aus Rostock, und einem Dorfbewohner in dem Jarchower Mehrfamilienhaus mehrere Cannabisplantagen angelegt. Sie hätten Gerätschaften angeschafft, Lampen und Düngemittel besorgt. Im Dezember 2014 hätte er sich noch eine eigene Anlage im Haus gegenüber aufgebaut. Hier waren 36 Pflanzen auf zwei Zimmern verteilt. Die Ernten seien an Marten S. verkauft worden. „Er war derjenige, der solche Mengen abnahm.“ Drei bis dreieinhalb Kilo seien es pro Ernte gewesen. „Ich habe die Absprachen getätigt“, sagte der Zeuge. Die Ernten hätte Marten S. auf Kommission bekommen und beim nächsten Treff das Geld übergeben. In der Regel seien es 10 000 Euro gewesen. Das Geld habe aber gar keine so große Rolle gespielt, meinte der Zeuge. Es sei für eine religiöse Gemeinschaft bestimmt gewesen.

Maximillian Ü. befindet sich noch auf freiem Fuß. Sein Verfahren wird vor dem Amtsgericht Ludwigslust geführt. Am Landgericht Rostock wird am Mittwoch, 22. März, weiter verhandelt.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 20:45 Uhr

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