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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 08:46 Uhr

Rostock : Laubenpieper erinnern an die IGA

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kleingartenanlage Dorf Schmarl ist familiär geprägt. Gemeinschaft wird groß geschrieben und die Ernte gern geteilt

Mit einer Seilbahn konnten Besucher während der Internationalen Gartenbauausstellung 2003 in Rostock auch über die damals neu gestaltete Kleingartenanlage Dorf Schmarl schweben und so einen Blick von hoch oben in die Idylle direkt am Warnowufer werfen.

„Noch heute schauen sich Neugierige aus nah und fern in unserer Anlage um, berichten von ihrem Besuch auf der IGA, wollen wissen, wie es uns hier so geht“, sagt Birgitt Herms, die mit ihrem Mann Michael allerdings erst drei Jahre nach der Gartenbauausstellung eine rund 260 Quadratmeter große Parzelle übernommen hat. „Wir fühlen uns hier rundum wohl“, sagt die selbstständige Lektorin, die nach der Mitarbeit im Vorstand als Schriftführerin vor einigen Jahren den Vereinsvorsitz übernommen hat.

Ihre Stellvertreterin Carsta Düwel, die den Garten ihres Vaters übernommen hat, erinnert sich noch genau an das Jahr 2003 und die Zeit davor. „Unsere bereits bestehenden Parzellen wurden im Rahmen der IGA zu Mustergärten, die einen völlig neuen Zuschnitt erhalten haben, umgestaltet. Als Belohnung fürs Mitmachen wurden die typischen DDR-Lauben weitgehend durch hübsche, farbenfrohe Holzhäuschen ersetzt, die wir alle hegen und pflegen“, sagt die 52-Jährige.

Die IGA ist den Laubenpiepern noch allen in guter Erinnerung. Diese haben deshalb zehn Jahre nach dem Ereignis alte Fotos ausgekramt und ein Video gedreht. Und auch die Ge-schichten aus damaliger Zeit kursieren noch immer. So wird gern über eine IGA-Besucher-Familie gelacht, die es sich vor einem der Holzhäuschen gemütlich gemacht hatte. Als die Besitzer zurückkehrten, erklärten sie diesen: „Jetzt sind wir mal dran. Wir wollen das hier auch mal testen“, schmunzelt Michael Herms über diese Story.

Insgesamt gehören zur Anlage Dorf Schmarl 16 Par-zellen, von denen 14 auf städtischem und zwei auf privatem Grund ihren Platz gefunden haben. „Wir sind also eine sehr kleine Anlage, was Vorteile hat. Jeder kennt jeden. Und jeder hilft, wenn erforderlich. Manche unserer Mitglieder gärtnern hier seit rund 40 Jahren. Muss jemand aus Alters- oder gesundheitlichen Gründen aufgeben, dann sind es oft die Kinder, die den Garten übernehmen“, sagt Birgitt Herms.

Natürlich wird auch ge-meinsam gefeiert. Im Sommer gibt es beispielsweise ein Grillfest, auf das sich alle freuen und entsprechend ihren Möglichkeiten mitgestalten. Auch vor den Arbeitseinsätzen wird sich nicht gedrückt. Jeder packt mit zu, unterstützt den Nachbarn.

„,Und wenn die Ernte wie in diesem Jahr beispielsweise bei Erdbeeren, Kartoffeln oder Zwiebeln reichlich ausfällt, dann wird auch gern an die Nachbarn etwas abgegeben“, sagt Birgitt Herms, die die Pflaumenzeit zum Kuchenbacken nutzte und Nachbarn ganz spontan zum Verkosten des leckeren Gebäcks eingeladen hat.

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erstellt am 03.Okt.2016 | 09:00 Uhr

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