zur Navigation springen

Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. September 2016 | 07:20 Uhr

Rostocker Volkstheater : Latchinian will Vertrag auflösen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Abfindung von 150 000 Euro im Gespräch. Gerüchte über Kümmritz als Nachfolger

Die Ära Latchinian geht offensichtlich ihrem Ende entgegen. Nicht nur, dass der Hauptausschuss gestern bereits über eine mögliche Abfindung bei vorzeitiger Vertragsauflösung debattiert hat. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) formuliert auch klare Forderungen an den Intendanten des Rostocker Volkstheaters und setzt ihn damit unter Druck. „Wir erwarten, dass er gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer, der im Sommer zu einem anderen Theater wechseln wird, ein Umsetzungskonzept erarbeitet und kurzfristig vorlegt“, so Methling. Die Frist dafür läuft konkret am Sonnabend aus.

Das Konzept soll aufzeigen, wie die vom Gesellschafter beschlossene Umstrukturierung am Volkstheater umgesetzt werden kann. Die Sparten Schauspiel und Tanztheater sollen aufgelöst, die Bühne zu einem reinen Opernhaus mit Norddeutscher Philharmonie und Musiktheater zusammengestrichen werden. „Der Intendant sollte diese Aufgabe nun auch ernsthaft umsetzen und die an ihn von der Gesellschafterversammlung gerichteten Aufträge nicht öffentlich als ,Kurzschlussreaktion’ oder ,Schnapsidee’ bezeichnen.“

Dabei ist derzeit alles andere als klar, ob es künftig noch eine Zusammenarbeit mit Sewan Latchinian als Intendanten geben wird. Denn die Hansestadt verhandelt mit ihm über die vorzeitige Auflösung seines Vertrags. Gestern beauftragte der Hauptausschuss der Bürgerschaft den OB damit, binnen vier Wochen den Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung zu prüfen. Auf eine sofortige Ablösung Latchinians konnten sich die Mitglieder nicht verständigen. Laut geheimem Dringlichkeitsantrag der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09 hat der Intendant selbst „gegenüber der Hansestadt Rostock sein Begehren auf sofortige Auflösung des Anstellungsverhältnisses erklärt“. Als Abfindung sind bis zu 150 000 Euro im Gespräch. Latchinians Vertrag läuft noch bis Juli 2019. Allerdings hatte Methling dem Intendanten mit der Entscheidung, das Rostocker Volkstheater zum Opernhaus umzugestalten, sein Fachgebiet Schauspiel entzogen. Latchinian soll daraufhin seine Anwälte eingeschaltet haben.

Derweil kursieren in Theaterkreisen bereits Gerüchte über eine mögliche Nachfolge. Demnach soll Schwerins Noch-Intendant Joachim Kümmritz ein Angebot aus der Hansestadt erhalten haben. Das soll er gegenüber der Belegschaft der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz blicken lassen haben. Auf Anfrage erklärt Kümmritz nur: „Ich habe ab 1. August einen Vertrag in Neustrelitz. Mit mir hat niemand gesprochen.“ Zu den Gerüchten äußerte sich Rostocks Oberbürgermeister zwar nicht. Er betont jedoch: „Joachim Kümmritz ist eine Galionsfigur für die Theaterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Mann mit seinen Fähigkeiten hätte auch in Rostock gepasst.“

 
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen