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Norddeutsche Neueste Nachrichten

08. Dezember 2016 | 01:16 Uhr

Pop-up-Stores in Rostock : Laden-Nomaden erobern die Hansestadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Designerinnen eröffnen Pop-up-Store im Gerberbruch. Stadtverwaltung würde dauerhafte Angebote bevorzugen.

Im Kistenauspacken ist Anka Carls mittlerweile Profi. Die Modedesignerin aus Hamburg ist mit ihren Kollektionen regelmäßig auch außerhalb ihrer Wahlheimat unterwegs. Heute eröffnet sie am Gerberbruch 5 einen Pop-up-Store – einen Laden, der nur bis zum 31. Dezember geöffnet ist und in dem neben Mode für Frauen, Männer und Kinder auch Accessoires, Geschenke und Möbelstücke zu finden sind. Denn die Chefin des Labels „Fadenrot“ hat noch weitere Künstlerinnen mit ins Boot geholt, die ihre Werke in dem kleinen Laden präsentieren: Schmuckdesignerin Hanna Schneider sowie Katja Pilgrim und Wencke Burzlaff, die als „Werkmeisterinnen“ im Fernsehen gemeinsam Schönes für Haus und Garten aus Dingen entstehen lassen, die für den Sperrmüll bestimmt waren.

Nach einem geeigneten und vor allem leer stehenden Ladenlokal suchen mussten die kreativen Frauen dabei nicht. „Die Besitzer des Hauses sind Freunde von uns und hatten die Räume schon als Laden geplant, als sie das Haus vor Jahren gebaut haben“, sagt Anka Carl. Das Gastspiel von Frau Fadenrot und den Werkmeisterinnen soll nun nicht nur die Rostocker, die sich gern mit schönen Dingen schmücken, in das Viertel an der Warnow locken. Sondern auch zeigen, ob und wie die Räume als Laden funktionieren – auch für potenzielle künftige Betreiber. Deshalb verändert das Frauen-Quartett auch nichts an den noch kahlen Wänden. Nicht nur die Ware, sondern auch alle Möbel und Vitrinen werden nach Ablauf der vereinbarten Zeit rückstandslos entfernt. Anka Carl kennt das bereits. „Ich bin seit Jahren immer im Sommer auf Hiddensee“, sagt sie. Das Konzept, kurzfristig mit einem Laden das örtliche Angebot zu bereichern, sei für sie ideal: „Als Designerin brauche ich auch immer wieder Zeit, wo ich nicht in einem Laden stehe, sondern an den Kollektionen arbeite.“

Vonseiten der Stadt werden die Laden-Nomaden zwiespältig betrachtet. „Als Hansestadt Rostock sind wir natürlich an möglichst florierenden Geschäftslagen interessiert, deren Attraktivität und wirtschaftlicher Erfolg ganz klar auch von einer gewissen Stabilität und Dauerhaftigkeit des Angebotes abhängen“, sagt Chris Müller (SPD). Allerdings weiß auch der Senator: „Wenn es jedoch darum geht, bereits vorhandene Leerstände neu zu beleben, sind Pop-up-Stores sicherlich eine abwechslungsreiche und kreative Form, um Geschäftschancen an einem bestimmten Standort auszuloten.“

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erstellt am 25.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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