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Norddeutsche Neueste Nachrichten

05. Dezember 2016 | 09:33 Uhr

Wirtschaft : Kooperation nur mit engsten Nachbarn

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Zusammenarbeit mit dem gesamten Landkreis ist vorerst vom Tisch / Konzentration auf einzelne Gemeinden

Hansestadt und Landkreis Rostock erteilen einer gemeinsamen Wirtschaftsförderung eine Absage. Stattdessen will sich Rostock bei der Zusammenarbeit auf seine direkten Nachbargemeinden konzentrieren. Mit diesem vorläufigen Fazit beendeten die Wirtschaftsausschüsse beider Seiten ihre erste gemeinsame Sitzung am Dienstag.

„Die Interessenunterschiede zwischen Bargeshagen und Krakow am See, das 60, 70 Kilometer entfernt liegt, sind einfach zu groß“, sagt das Rostocker Mitglied Daniel Peters (CDU). Hinzu komme, so sein Kreiskollege Gerhard Rudolphi (SPD): „Der Landkreis selbst hat keine Flächen.“ Verhandlungspartner seien immer die einzelnen Gemeinden. Und „diese Aufgabe lässt sich kein Bürgermeister aus der Hand nehmen“, so Ilka Lochner-Borst (CDU). Das Anliegen, potenzielle Investoren nicht durch unklare Zuständigkeiten oder Ansprechpartner abzuschrecken, sei für sie selbstverständlich. Neue Firmen werde jeder Bürgermeister mit Kusshand begrüßen, so Eduardo Catalán (FDP/EB), selbst Bürgermeister von Admannshagen-Bargeshagen. Schließlich lebe eine Kommune vor allem von den Gewerbesteuern.

Allerdings fehlt ihm insbesondere bei den beiden Fördergesellschaften Rostock Business und Wirtschaftsförderung Landkreis Rostock (WLR) der Wille zur Zusammenarbeit. „Jeder verteidigt sein Revier, da sehe ich momentan nicht, wie die Schwelle überschritten werden kann“, so Catalán. Das Problem: Rostock ist für die Ansiedlung großer Unternehmen auf die Gemeinden im Umland angewiesen – der Stadt selbst fehlt es an Platz. Mit diesen Gemeinden jedoch gebe es bereits regelmäßige Gespräche, betont Ralph Müller, Chef des Amts für Stadtentwicklung: „Wir haben einfach die Berührungspunkte und sind gesetzlich verpflichtet, die übergeordnete Bauleitplanung abzustimmen.“

Peter Volkmann von der Industrie- und Handelskammer drängt nach der Absage für die gemeinsame Wirtschaftsförderung nun zumindest auf ein gemeinsames Marketing: „Wir müssen aufpassen, dass die Regiopolregion Rostock auf der Landkarte bleibt.“

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erstellt am 04.Feb.2016 | 08:00 Uhr

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