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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2016 | 10:55 Uhr

Rostocker Bürgerschaft : Kompromiss im Streit ums Traditionsschiff

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Fraktionen fordern vom Rathaus konkrete Angaben zu Kosten der Standorte IGA-Park und Stadthafen

Nach heftigem verbalen Schlagabtausch streben die Fraktionen der Bürgerschaft nun einen Kompromiss im Streit um den Standort eines maritimen Erlebniszentrums an. Gestern konnten sich weder die Unterstützer des IGA-Parks noch des Stadthafens mit einem Antrag für eine Machbarkeitsstudie durchsetzen. Zumal Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) im Falle eines Beschlusses mit Widerspruch drohte. Von dem Streit hängt auch der Standort des Traditionsschiffs ab.

Angesichts der verhärteten Fronten vertagten die Mitglieder die jeweiligen Vorlagen. Zur nächsten Sitzung am 9. November wollen die Beteiligten das Rathaus nun damit beauftragen, die Vorteile und Kosten an beiden Standorten aufzuzeigen. Erst dann soll eine Entscheidung fallen. „Wir haben ohnehin nur eine Chance auf Fördermittel, wenn wir beide Standorte untersuchen“, sagt Finanzsenator Chris Müller (SPD). Zudem verlange das Wirtschaftsministerium in jedem Fall Konsens, „und den haben wir nicht“, so Müller. Bei den Verhandlungen in Schwerin gehe es nicht in erster Linie um den Standort, sondern um Inhalte. Die aber seien noch immer unklar: „Keiner von uns weiß, was dieses maritim-touristische Erlebniszentrum beinhaltet, aber jeder hat eine Meinung, wo es hingehört – eigentlich müsste es andersherum sein“, erklärt der Senator.

Dieser Meinung schließt sich auch Frank Giesen (CDU) an. Er sagt: „Wenn wir ehrlich sind, kann keiner von uns heute sagen, welcher Standort der bessere ist.“ Er könne sich durchaus vorstellen, sowohl Stadthafen als auch IGA-Park in die Pläne einzubeziehen und beide per Schiff zu verbinden. Dafür allerdings brauche es die jetzt geforderte Entscheidungsgrundlage mit handfesten Zahlen.

Die vermisst Sybille Bachmann, Chefin der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, ohnehin für das Modell Traditionsschiff im Stadthafen. Methling als dessen Verfechter sei konkrete Vorlagen schuldig geblieben: „Entweder er schreibt klar auf, was kostet das Ganze und lässt die Bürgerschaft darüber abstimmen oder er akzeptiert deren Beschlüsse zum Standort IGA-Park“, so Bachmann. Ihr würden Angaben zu den Kosten der Verlegung in den Stadthafen, Nachfolgekosten und zur alternativen Zukunft des IGA-Parks fehlen. Auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung liege nicht vor.

Methling kündigte an, im nächsten Monat ein Prüfkonzept vorzulegen. „Zielstellung ist, im März oder April zu einem Ergebnis zu kommen“, sagt der Rathauschef. Er befürworte nach wie vor einen Bürgerentscheid – und steht damit ganz im Gegensatz zu seinem Finanzsenator Müller. Der sagt: „Ich denke mal, dass es den meisten Menschen in dieser Stadt herzlich egal ist, wo das Schiff liegt, weil sie sowieso nicht hingehen.“

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erstellt am 13.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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