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Norddeutsche Neueste Nachrichten

30. September 2016 | 12:01 Uhr

Gärtnern in Rostock : Kleingärtner wollen expandieren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Durch Bevölkerungszuwachs sind Anlagen in der Hansestadt begehrt wie nie. Verband fordert trotz Wohnungsbau den Erhalt der Parzellen.

Kleingärten sind in der Hansestadt gefragt wie nie – entgegen dem Landestrend. „40 000 Rostocker bewirtschaften in 153 Vereinen 15 000 Parzellen mit 649 Hektar Gartenland“, sagt Christian Seifert, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Gartenfreunde Rostock. „Die Nachfrage ist ungebrochen, der Leerstand liegt bei unter einem Prozent“, sagt Vorstandsvorsitzender Christian Seifert. Es gäbe vielerorts Wartelisten für frei werdende Parzellen und die Bewerber würden immer jünger.

Jedoch hätte die Stadt diese Entwicklung in ihren Plänen nicht hinreichend berücksichtigt, finden die Kleingärtner. Denn 42 Parzellen haben die Gartenfreunde am Groten Pohl verloren, 35 Stück sind Am Pulverturm weggefallen und in der Warnemünder Anlage Deutsche Reichsbahn wurde gleich 80 Kleingärtnern gekündigt und die ganze Anlage beräumt. Zugunsten des Wohnungsbaus sollen in Rostock in den nächsten Jahren noch knapp 700 weitere Parzellen dem Erdboden gleich gemacht werden.

„Natürlich ist sozialer Wohnungsbau wichtig, aber man kann Kleingartenanlagen auch in diese Pläne integrieren“, sagt Matthias Schreiter, Rechtsvorstand des Verbands. „Die Diskussionsgrundlage ist schlicht falsch“, sagt Annette Roeßler, Geschäftsführerin des Verbands. So sei bei der Planung der Stadt stets von einem Leerstand von 20 bis 25 Prozent ausgegangen worden, weil angenommen wurde, dass durch immer älter werdende Kleingärtner bis 2025 mehr Parzellen leergezogen würden. „Die kürzlich veröffentlichten Bevölkerungsprognosen der Stadt sagen jedoch einen weiteren Boom vorher“, so Seifert. Dabei sollten diese Zahlen aber nicht nur Auswirkungen auf den Wohnungsbau, sondern auch auf die Entwicklung der Grünflächen in der Hansestadt haben, fordert Schreiter. „Die Ansiedlung von Kleingartenanlagen ist vor allem in Gebieten mit mehrgeschossigen Gebäuden wichtig, da es dort viele Menschen und wenig Grün gibt“, so Schreiter. Ein Muss sei für viele Gärtner – egal welchen Alters – zudem die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

In der nächsten Woche solle zudem eine Begehung im Kassebohmer Weg stattfinden, um ein Gebiet für eine potenziell neue Anlage zu besichtigen. Ob die den Wegfall der Parzellen in der Südstadt wettmachen könne, sei allerdings fraglich, so Seifert.

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