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Norddeutsche Neueste Nachrichten

05. Dezember 2016 | 09:26 Uhr

Rostock : Kirche erfindet sich neu

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Fünf Pfarreien gehen in einer neuen großen auf. Zentrale Aufgabenverteilung wie für Tourismusseelsorge

Die Katholiken denken um. Die bisher fünf Pfarreien in Bad Doberan, Ribnitz-Damgarten, Tessin, Evershagen und in der Rostocker Innenstadt werden künftig in der neuen Pfarrei Herz Jesu Rostock aufgehen. So sieht es das neue Pastoralkonzept vor, das in den letzten drei Jahren unter Mitarbeit aller Gemeinden erarbeitet wurde. „Auch der demografische Wandel spielt eine Rolle für die Neustrukturierung“, sagt Pfarrer Ulrich Karsten. Die Mitgliederzahlen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. In Deutschland sind 2015 rund 182 000 Menschen ausgetreten.

Mit der neuen Groß-Pfarrei sollen Strukturen besser vernetzt werden. Das heißt aber auch, dass die Gottesdienste nicht mehr unbedingt auf einen Sonntag fallen müssen und auch von Ehrenamtlichen übernommen werden. Nicht mehr überall wird es einen Pfarrer geben. Neue Stellen entstehen für Senioren-, Tourismus-, Kinder- und Jugend- sowie Hochschulseelsorge.

„Kirche ist mehr als Gottesdienst“, sagt Andreas Meindl von der Caritas. Er ist dort zuständig für die Behindertenhilfe. Ein gefragter Bereich seien katholische Schulen und Kitas – auch bei evangelischen oder konfessionslosen Kindern. Doch trotzdem treten wenig neue Leute in die katholische Kirche ein, eher verlassen sie sie. „90 Prozent sind nicht Rostocker, sondern Zugezogene, die den Zeitpunkt nutzen, um auszutreten“, erklärt Karsten.

Für den Austritt sieht er „nicht nur kircheninterne Gründe“. „Wir erleben, dass die großen Institutionen insgesamt ihre Bindekraft verlieren“, so auch Gewerkschaften oder Parteien. Es sei eine Art gesellschaftlichen Trends, möglichst frei zu bleiben. Das neue Konzept soll helfen, die Gemeindearbeit dennoch zu schaffen. Denn, wo weniger Gemeindemitglieder sind, sind auch weniger Stellen. Während sie das Konzept zu den Unterstützungen für verschiedene Gruppen, den Orten kirchlichen Lebens und dergleichen erstellten, sei es eine der schönsten Erfahrungen gewesen, was die vielen Ehrenamtlichen leisten.

„Wenn die Menschen Kirche wollen, dann werden sie sie auch haben“, ist der Pfarrer zuversichtlich. So seien in Mecklenburg viele Gemeinden erst entstanden – aus der Initiative der Gläubigen. Die Neustrukturierung werde Vorteile haben. „Kleine Gemeinden werden profitieren können“, sagt Magdalena Handy von St. Thomas Morus aus Evershagen. Es würden Angebote möglich, die es bisher nicht gab.



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erstellt am 21.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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