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Norddeutsche Neueste Nachrichten

28. September 2016 | 00:22 Uhr

Literatur : Kempowski wird Schulstoff

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In einem vom Bildungsministerium geförderten Projekt werden Lesebücher mit Texten regionaler Autoren für den Unterricht erarbeitet

Regionale Autoren stehen in MV auf dem Lehrplan, zumindest seit Kurzem. Damit den Pädagogen dafür auch das nötige Unterrichtsmaterial an die Hand gegeben werden kann, fördert das Bildungsministerium das Projekt „Das flache Land – Weltliteratur aus Mecklenburg-Vorpommern für unsere Schulen“. Dabei werden Lesebücher für die Arbeit im Unterricht erstellt. Sie versammeln Texte, mitunter auch zu Autoren aus Mecklenburg-Vorpommern. Walter Kempowski ist der zweite Schriftsteller, der im Fokus dieses pädagogischen Projektes steht.

Dr. Carolin Krüger, Mitarbeiterin des Kempowski-Archivs, hat schon die Vorbereitungen zum ersten Lesebuch zu Uwe Johnson verfolgt. Für das Kempowski-Lesebuch hat sie nun eine Auswahl an Texten getroffen. „Das ist nicht einfach bei der Fülle an Material. Man möchte möglichst alle Werke mit kurzen Ausschnitten aufnehmen. Ob das am Ende möglich sein wird, müssen wir sehen“, so die Germanistin. Unterstützt wird sie bei der Arbeit von Archiv-Leiterin Katrin Möller-Funck. Und von einer Reihe Pädagogen, die später mit dem Buch arbeiten sollen.

Im kommenden Jahr wird der Entwurf des Lesebuches in einen Probelauf gehen. Vier Schulen haben sich bereit erklärt, die Texte in Projekttage einzubauen – das Innerstädtische Gymnasium, das Christophorus-Gymnasium, die Waldorfschule und die Don-Bosco-Schule. Im November wird es darüber hinaus einen ersten Austausch mit Lehrern zu den bisher ausgewählten Texten geben. Die Probephase wird durch ein Fachdidaktik-Seminar am Institut für Germanistik begleitet.

Das Lesebuch soll neben Texten und Textauszügen Aufgaben enthalten, sowohl zum Text direkt als auch weiterführend. „Unser Ziel ist es, beim Schüler vor allem auch die Lust zu wecken, sich weiterführend mit Kempowski zu beschäftigen“, sagt Krüger. Durch die lokalen Bezüge, die beispielsweise die Romane der Deutschen Chroniken beinhalten, sei ein Einstieg möglich. Historische Ereignisse, auf die Kempowski in den Romanen Bezug nimmt, könnten beispielsweise fächerübergreifend betrachtet werden. „Es gibt schon einige Lehrer, die regelmäßig Kempowski im Unterricht behandeln“, sagt Möller-Funck. Bislang müssten sich die Pädagogen das Material aber selbstständig erarbeiten. Mit dem Lesebuch soll es ihnen leichter gemacht werden, Schülern den in Rostock geborenen Schriftsteller näherzubringen. Während der Kempowski-Tage wird das Lesebuchprojekt vorgestellt. Lehrer und Interessenten sind eingeladen, sich informieren zu lassen.

Kempowski-Tage: Das Programm im Überblick
Montag
, 19 Uhr, Aula im Haus der Musik, Wallstraße 1: Eröffnungsveranstaltung, Lesung und Gespräch mit dem Autor Joachim Zelter über seinen Roman „Wiedersehen“

Dienstag, 19 Uhr, Evangelische Akademie, Am Ziegenmarkt 4: „Kindergartentante oder Rattenfänger. Pädagogische Konzepte im Gespräch“, über den erlebnis- und reformpädagogischen Unterrichtsstil von Kempowski

Mittwoch, 9.30 bis 11 Uhr, Aula Innerstädtisches Gymnasium, Goetheplatz 5: Lesung und Gespräch mit Autor Martin Schäuble über seinen Zukunfts-Thriller „Die Scanner“, Eintritt frei

Donnerstag, ab 10 Uhr, Universitätsbuchhandlung Hugendubel, Kröpeliner Straße 41: Buchbinden und -drucken mit dem Mückenschwein Verlag

Freitag, 17 Uhr, Kulturhistorisches Museum, Klosterhof: „Das flache Land. Lesebuchprojekte“, Uwe Johnson und Walter Kempowski in der Schule, Eintritt frei

Sonnabend, Lange Nacht der Museen, Klosterhof: 19 Uhr, Galerie Klosterformat, „Geradeheraus“ Auszüge aus den Tagebüchern von Fritz J. Raddatz und Walter Kempowski; 20 Uhr, Kempowski-Archiv, Buchvorstellung „Kempowskis Rostock“ mit Gerhard Weber; 21 Uhr, „Geradeheraus“ Teil 2

Montag, 26. Oktober, 17.15 Uhr, Hörsaal Schwaansche Straße: „Drei Dackel und eine Dame“ Vorlesung und Gespräch mit Prof. Lutz Hagestedt, Leselernunterricht mit Kempowski und anderen, Eintritt frei

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von
erstellt am 17.Okt.2015 | 16:00 Uhr

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