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Norddeutsche Neueste Nachrichten

06. Dezember 2016 | 11:12 Uhr

Lebensmut : Keine Angst vor der Dunkelheit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocks Blinden- und Sehbehindertenverein macht zur Aktionswoche des Sehens auf Chancen aufmerksam.

Lässt das Sehvermögen nach, ist das noch lange kein Grund, sich in die Einsamkeit zurückzuziehen. Trotz eingeschränktem Sehvermögen ist ein normales Leben fast ausnahmslos möglich. Gudrun Buhse möchte Menschen, die an einer Sehbehinderung leiden oder erblindet sind, die Angst vor der Dunkelheit und vor dem Alleinsein nehmen.

Die Vorsitzende der Gebietsgruppe Rostock vom Blinden- und Sehbehinderten-Verein Mecklenburg-Vorpommern gibt im Zuge der Aktionswoche des Sehens Betroffenen und Angehörigen Rat in allen Lebenslagen. „Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die Menschen ihren Lebensmut nicht verlieren“, sagt Buhse. Sie vertritt das Motto: „Meine Augen lassen nach, ich noch lange nicht“.

In der Beratungsstelle im Gemeinsamen Haus in Evershagen, geht sie auf alle Bedürfnisse seheingeschränkter Menschen ein. Der Austausch mit Gleichgesinnten sei dabei das Wichtigste. „Wir reden beispielsweise darüber, wie der Haushalt organisiert werden kann, um besser zurechtzukommen“, erklärt sie. Mit vielen Hilfsmitteln können sich Betroffene ihren Alltag erleichtern. „Verfügen die Leute noch über einen kleinen Sehrest, können sie mit guter Beleuchtung und Vergrößerungsgeräten lesen. Es kommt nur auf die Ausstattung an“, erklärt sie. Betroffene können unter Anleitung lernen, die Braille-Schrift zu lesen und an einer speziellen Schreibmaschine schreiben zu lernen.

Gerade erst erblindete Menschen vermittelt sie zu einer Trainerin, wo sie lernen mit dem Langstock umzugehen und wie sie sich als Fußgänger in der Öffentlichkeit verhalten müssen. Die Hansestadt Rostock ist nach Buhses Meinung gut auf Sehbehinderte eingestellt. „Die großen Kreuzungen haben Signaltonampeln und in den Straßenbahnen werden Haltestellen und Linien-Nummern angesagt“, sagt die Vorsitzende. In einigen Bereichen habe Rostock aber noch Nachholbedarf. So fehlen in der Innenstadt Markierungen an Treppenstufen, an Absenkungen und an Glastüren. Die seien nicht nur für Gehandicapte von Nöten. „Es stürzen und stoßen sich oft auch Menschen, die keine Einschränkung haben“, betont sie.

Kontakte und Ansprechpartner

• Blinden- und Sehbehindertenverein Mecklenburg-Vorpommern, Henrik-Ibsen-Straße 20, Sprechzeiten: Dienstag von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, Telefon: 0381/778 98 16

• Deutscher Verein der Blinden und Sehberhinderten in Studium und Beruf, Telefon 06421/94 88 80 • Christoffel-Blindenmission Deutschland, Telefon 06251/13 11 31 • Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, Telefon 0211/430 37 00 • Deutsches Komitee zur Verhütung von Blindheit, Telefon 02382/80 61 83 • Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, Telefon 089/55 05 76 80 oder 0203/37 62 25 • Pro Retina Deutschland, Telefon 0241/87 00 18 • Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband, Telefon 01805/66 64 56

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