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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 12:38 Uhr

Stadthafen Rostock : Kehrtwende beim Matrosendenkmal

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Statue am Stadthafen kann nicht abgenommen werden: Sanierung bis 2018 muss vor Ort passieren.

Das Matrosendenkmal am Stadthafen kann nicht wie geplant versetzt werden, erklärt Thomas Werner vom Rostocker Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen. Das torpediert die konkreten Pläne der Stadt für eine Stufenanlage als Aufenthaltsbereich am Denkmal. Für diese sollte es um zwei bis drei Meter nach Süd und Ost verschoben werden. Doch das würde die neun Meter hohe und 40 Tonnen schwere in Bronze gegossene Statue nicht überstehen, hat ein Metallrestaurator herausgestellt.

Anders als gedacht, besteht die Figur zweier aufständischer Matrosen auf Trümmern nicht aus einem Stück, sondern ist im hohlen Inneren mit mehreren Schrauben verbunden. Kurioserweise stehen darin auch noch immer ein Originalgerüst und eine Leiter von 1977, als sie aufgesetzt wurde. „Der Metallrestaurator sagt, man kann sie zwar auseinanderbauen, dann aber nicht wieder zusammen“, erklärt Werner. Würde das Denkmal in einem Stück heruntergenommen, wie es angedacht war, „dann gibt es keine Garantie, dass es heil bleibt“, so Werner. Damit sei das Versetzen vom Tisch, „wir sanieren im Bestand.“

Das Wie jedoch sei eine andere Frage – eine, die nicht mehr in seinen Bereich falle. Schwierig wird die Sanierung unter jetzigen Bedingungen in jedem Fall – allein aufgrund der großen Nähe zur Wasserkante oberhalb des schmalen Fuß- und Fahrradweges. „Es wird funktionieren, bis zum Stadtgeburtstag Sicherung und Sanierung zu schaffen“, ist Thomas Werner optimistisch. Dann jährt sich auch die von den Matrosen gestartete Novemberrevolution von 1918 zum 100. Mal. Dieser hatten die Künstler Wolfgang Eckardt, von dem die Statue stammt, und Reinhard Dietrich, der das Relief schuf, ein Denkmal gesetzt.

Eigentlich sollte das Gesamtkunstwerk entfernt und eingelagert werden. Die Räume im Sockel seien baurechtlich betrachtet nicht mehr nutzbar, hieß es vom sanierenden Architekturbüro Hannes Hamann. Zu DDR-Zeiten gab es darin ein Traditionskabinett, das 1990 geschlossen wurde. Investitionen über der Millionen-Euro-Marke wären notwendig, um die Räume nutzbar zu machen. Daher hatte sich die Stadt entschieden, dass sie zugeschüttet werden sollen. Aktuell sind die Katakomben im Sockel noch offen.

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erstellt am 26.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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