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Norddeutsche Neueste Nachrichten

03. Dezember 2016 | 20:49 Uhr

Warnemünde : Kastanien fallen Erreger zum Opfer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Krankheit breitet sich weiter aus

Wunderschön wirken die knorrigen alten Kastanien entlang der Straßen von Warnemünde. Gerade jetzt, wo sie ihr Laub fallen lassen, bieten sie einen ganz besonders gespenstischen Anblick. Dass einige der alten, aber auch jungen Bäume längst nicht so gesund sind, fällt kaum jemandem auf. Erst ein am Stamm aufgesprühtes rotes Kreuz oder ein grünes Fragezeichen lassen erahnen, dass hier etwas nicht stimmt.

So auch bei der urigen Kastanie in unmittelbarer Nähe zur Vogtei und zum Warnemünder Heimatmuseum. Die Kastanie ist unheilbar krank. Sie leidet an dem neuartigen Bakterium Pseudomonas. „Leider sind sehr markante Bäume in Rostock von dieser Krankheit betroffen“, heißt es vom Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege. Da der Erreger unweigerlich voranschreitet und die Bäume mehr und mehr zerstört, gibt es nur einen Weg: Sie müssen gefällt werden.

Hintergrund: Pseudomonas
Erstmals 2002 wurde der bakterielle Erreger Pseudomonas in der Europäischen Union den Niederlanden nachgewiesen. Bei fortschreitender Krankheit sterben einzelne Äste ab, die Krone wird schütter und das Laub hellt sich auf. Im Frühjahr zeigen sich zunächst farblos bis gelbliche Flecken und später dunkle Teerflecken am Stamm. Bei den befallenen Stellen bilden sich braune und später schwarze Stellen im Kambium (Gewebe, das für das Dickenwachstum des Baumes zuständig ist). Folglich wird der Stamm rissig und wetteranfällig. Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es bisher keine. Für die Verkehrssicherheit sind Fällungen unweigerlich von Nöten.

In der Parkstraße hat sich die Krankheit schon zum zweiten Mal gezeigt. Nachdem bereits im Sommer die ersten Bäume – ausschließlich Rosskastanien – dem bakteriellen Erreger zum Opfer gefallen sind, wurden kürzlich wieder Bäume gefällt. „Der Erreger wurde im Labor an mehreren Bäumen in der Parkstraße nachgewiesen“, begründet das Stadtgrünamt. Die neuesten Baumverluste sind auf Höhe der Jugendherberge und am angrenzendem Parkplatz zu beklagen. „Die Stadtgärtner sind extrem sensibilisiert“, so das Amt. Ist die Krankheit weit fortgeschritten, breitet sich im Stamm eine so genannte Weißfäule aus, „die eine erhöhte Bruchgefahr darstellt“.

Da es sich in der Parkstraße um eine geschützt Allee handelt, müssen die Bäume nachgepflanzt werden. Kastanien werden es jedoch nicht sein, für eine Baumart hat sich das Grünamt noch nicht entschieden. In den kommenden Jahren rechnen die Baumpfleger mit weiteren Verlusten.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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