zur Navigation springen

Norddeutsche Neueste Nachrichten

10. Dezember 2016 | 13:41 Uhr

Kühlungsborn : Kabarett-Tage beginnen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kunsthalle Kühlungsborn bietet ab morgen jeden Abend Unterhaltung für die Lachmuskeln

Die Kunsthalle Kühlungsborn in der Ostseeallee 48 veranstaltet von morgen bis Sonnabend die 16. Kabarett- und Kleinkunsttage. Den Auftakt macht morgen um 19 Uhr Jörg Jará mit seiner Puppen-Comedy „Ich bin viele“. Das Publikum darf sich auf eine kuriose Reise durch sein tiefstes Inneres freuen. Tatkräftige Unterstützung erhält der Bauchredner vom schüchternen Karlchen, der halbseidenen Olga, dem rechthaberischen Erwin Jensen und der dominanten Hilde Sommer. Doch damit nicht genug, denn auch Lutz-Maria Adam, Jarás personifizierter und ungehobelter Schatten, weiß sich zu positionieren. Fachlich führt ein zerstreuter Professor die illustre Runde durch den Abend.

Jará ist einer der gefragtesten deutschen Bauchredner und unter seinem bürgerlichen Namen Hans Jörg Pütz als Transaktionsanalytiker im Bereich Beratung und Coaching tätig. Seit 1980 beschäftigt sich der 1959 in Flensburg geborene Künstler mit Puppenspiel und Bauchreden. Nach dem Abitur studierte Jará zunächst Volkswirtschaft und Psychologie an der Uni Kiel. In seinen Shows überspitzt er gekonnt menschliches Verhalten und zeigt, dass in jeder Alltagssituation etwas Absurdes stecken kann.

Am Freitag um 19 Uhr tritt Peter Vollmer mit seinem Programm „Frauen verblühen, Männer verduften – Folge 2“ auf. Unterstützt von Gernot Voltz widmet sich der Künstler darin vor allem dem Mann in der Lebensmitte: Der kann es sich nicht als Golf spielender Genießer mit Bauchansatz, Komfortlimousine und Zweitfrau gemütlich machen. Er hat Altersgenossen wie Brad Pitt, Til Schweiger und Henry Maske vor Augen – also quält er sich im Hamsterrad der Fitnessmühle und spricht das Mantra: „Ich möchte niemals auseinandergehen.“ Da fragt sich auch Peter Vollmer, ob es nicht höchste Zeit ist, diesem unwürdigen Leben zu entfliehen. Vorher aber nimmt er sich und seine Altersgenossen noch einmal ins Verhör: Gibt es wirklich nichts Wichtigeres als die Frage nach der eigenen Rente, dem richtigen Joggingschuh und dem dazu passenden Rotwein?

Den Abschluss des Festivals bildet am Sonnabend um 19 Uhr politisches Kabarett mit Gisela Oechelhaeuser und ihrem Programm „Selber schuld“. Für ihr letztes großes Solo in mehr als 40 Jahren auf der Bühne verspricht sie einen intelligent-ordinären Parforce-Ritt durch Absurdistan, hinab in die Abgründe der Mitleidlosigkeit, hinauf auf die Gipfel der Rücksichtslosigkeit, über die Gräber im Mittelmeer direkt hinein in das Fest der Volksmusik. Zusammen mit ihrem langjährigen Autor Philipp Schaller sucht sie die Menschlichkeit in Kampfdrohnen, das Mutterglück mit 70, die Normalität in der Gummizelle.

Leichte Kost ist es nicht, die die 72-Jährige serviert. Ihre Programme fordern das Publikum zum Mitdenken auf. Die Fremdenangst, so vermutet sie, sei angeboren. Aber andere Ängste hätten Menschen ja auch im Griff, etwa die Angst fast aller Männer, „das Klo sauber zu machen. Trotzdem zünden sie keine Toiletten an.“

Karten: 038293/75 40



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen