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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 10:43 Uhr

Warnemünde : „Im Ostseebad explodieren Preise“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Makler aus Warnemünde kennen Spagat zwischen großer Nachfrage und kleinem Angebot. Immobilien mit Meerblick kosten das Dreifache.

Grundstücke und Wohnungen in Warnemünde sind stark nachgefragt. Das bleibt nicht folgenlos: „Warnemünde ist ein schwieriges Pflaster, die Preise haben sich längst verselbstständigt“, sagt Peter Tasler, Geschäftsführer von Dr. Tasler & Partner. Eines seiner Büros befindet sich in der Alexandrinenstraße 114.

Der Makler ist seit 26 Jahren in der Branche tätig. Momentan sind um die 1000 Wohnungen in Warnemünde gebaut, in der Fertigstellung oder in der Planung. Er meint damit das Molenfeuer, Dünenquartier und später die Mittelmole. „Angebote mit Meerblick kosten das Dreifache als in anderen Lagen“, weiß er. „Die Niedrigzinsphase hat zum Explodieren der Preise geführt“, sagt er. Mit Konsequenzen: „In Warnemünde ist es fast unmöglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden, gerade für junge Familien“, bedauert Tasler. Deshalb hat er bei seinen Grundstücken im Diedrichshäger Kantenweg einige geteilt. Aber davon gibt es nur noch vier Haushälften.

Was bei den Maklern zum Verkauf reinkommt, ist schnell weg. „Es ist kaum etwas im Angebot, weil wenig verkauft wird und die Nachfrage groß ist“, so Tasler. Auch bei den Mietwohnungen sind Angebote unter zehn Euro die Ausnahme. Wie andere Makler verwaltet sein Unternehmen auch andere Gebäudekomplexe.

Makler und Hausverwalter Dietmar Than von Than & Müller aus der Mühlenstraße 41 bestätigt das: „Mit Immobilien in Warnemünde ist es schwierig, weil kaum etwas im Angebot ist“, sagt Than. „Weil viele nicht wissen, wie sie ihr Geld sonst anlegen sollen, ist der Immobilienmarkt sehr eng, kaum jemand verkauft etwas“, betont er.

Wohnungen im Altbestand in Warnemünde liegen zwischen 3500 bis 5000 Euro pro Quadratmeter. Vor allem an Mietwohnungen mangelt es: Wenn es sie gibt, liegen sie zwischen neun und zwölf Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. In Toplagen mit Meerblick werden durchaus Spitzenwerte von 16 bis 20 Euro pro Quadratmeter verlangt. „Besonders gefragt sind Mietwohnungen um 70 Quadratmeter und kleine Ferienwohnungen zum Kauf“, weiß Than. Ein Problem für viele Käufer und Mieter ist die Stellplatzsituation in Warnemünde – Than plädiert für das Parkhaus unter den Dünen.

Mehr als drei Tage ist im Büro von Engels & Völkers in der Alexandrinenstraße eine Mietwohnung selten im Angebot. Bei den Kollegen ist das ähnlich. Das und vieles mehr weiß Makler Jens Gienapp. Entgegen gängiger Klischees sagt er: „Maklerei ist harte Arbeit.“ Warnemünde ist stark nachgefragt als Zweitwohnsitz von Berlinern, aus anderen Städten und Bundesländern. In der Alexandrinenstraße bewerben Büroleiterin Dörte Schümann und das Team stets ein Angebot des Monats. Engels & Völkers vermarktet auch Gewerbeflächen. „Warnemünde ist in dem Segment bekannt für hohe Mieten“, so Gienapp. Was Gewerbemieter oft unterschätzen: „Die Saison in Warnemünde ist kurz, im November ist wenig los“.

In dem Punkt macht es Kühlungsborn Warnemünde vor: Dort ist die Saison deutlich länger.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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