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Norddeutsche Neueste Nachrichten

04. Dezember 2016 | 15:20 Uhr

Industrie- und Handelskammer zu Rostock : IHK muss transparenter werden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Präsident will Präsident bleiben. Claus Ruhe Madsen kandidiert bei der Wahl zur Vollversammlung.

69 Frauen und Männer stellen sich seit dem 1. Oktober zur Wahl für einen der 45 Plätze in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Rostock. Claus Ruhe Madsen, der derzeitige IHK-Präsident, ist unter ihnen. Im Gespräch mit NNN-Redaktionsleiter Dietmar Tahn macht der Unternehmer keinen Hehl daraus, dass er auch in der kommenden Legislaturperiode dieses Ehrenamt gern ausfüllen würde. Im Interview begründet der Geschäftsführer der Möbel Wikinger GmbH seinen Wunsch, zieht Bilanz und zeigt auf, wie die IHK sich für die Zukunft aufstellen sollte.

Herr Madsen, fast fünf Jahre sind Sie Präsident der IHK zu Rostock und kandidieren erneut für die Vollversammlung. Also haben Sie noch nicht genug vom Präsidentenamt?

Stimmt. Ich stelle mich zur Wahl für die Vollversammlung, denn nur so besteht die Chance, wieder Präsident zu werden. Und ja, das möchte ich, sage ich ganz klar. Ich glaube, wer einmal Präsident der IHK war, der könnte hier kein anderes Ehrenamt annehmen, wie beispielsweise Ausschussvorsitzender. Entweder hört man auf oder macht wieder den Präsidenten.

Erster Schritt wäre, dass Sie zu einem der 45 Vollversammlungsmitglieder bestimmt werden…

So ist es, und ich würde mich sehr freuen, wenn ich das Vertrauen bekomme. Aber ich bin in einer Kandidaten-Gruppe von sehr engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern. Es ist für mich kein Selbstläufer, in die Vollversammlung gewählt zu werden, obwohl ich es hoffe. Gelingt mir das, dann gäbe es die Chance, bei der ersten konstituierenden Sitzung Anfang März 2017 erneut Präsident zu werden.

Sie wollen unbedingt weitermachen. Ist das ein Zeichen dafür, dass Ihnen dieses Ehrenamt Spaß gemacht hat?

Mit Spaß war am Anfang, ehrlich gesagt, wenig. Denn ich habe einen ziemlich chaotischen Verein vorgefunden, bei dem es sehr viel Ärger um den Hauptgeschäftsführer gab. Den musste ich dann s auch kurz nach meinem Amtsantritt beurlauben. Das hätte ich mir nie so gedacht. Viele Stunden Arbeit pro Tag kostete es mich zu Beginn, um herauszufinden, was ist hier los. Da waren jede Menge Gespräche erforderlich. Wir hatten ja auch die Staatsanwaltschaft im Haus. Das war schon eine anstrengende Zeit. Aber wir haben es zusammen geschafft, und dann machte es bald Spaß. Für mich ist wichtig, dass es um die IHK geht, die Mitglieder und nicht um den Präsidenten. Aber ich mache es mit Herz und Zielen – das bringt dann auch Spaß.

Welche sind die Eckpunkte der Bilanz Ihrer Tätigkeit?

Wir haben eine viel klarere, schnellere und transparentere Kommunikation nach innen und außen. Stark gemacht habe ich mich auch dafür, dass unsere Kammer Beiträge senkt. Unsere Vergabepolitik ist eine der modernsten in Deutschland. Dafür wurden wir von unabhängigen Prüfern sehr gelobt. Wir machen eine saubere Wirtschaftsführung hier im Haus, das ist mir extrem wichtig.

Welche Dinge stehen bei Ihnen auf der Agenda, wenn Sie erneut zum Präsidenten gewählt würden?
Die IHK zu Rostock vertritt 36 000 Firmen. Das ist eine große Macht. Als IHK müssen wir schauen, ob wir noch die Leistungen bieten, die unsere Unternehmen von uns erwarten. Wir müssen uns keineswegs an alten Zöpfen festhalten, sondern an den Bedürfnissen orientieren. Mein großes Motto für die nächsten fünf Jahre wäre „Maximaler Erfolg bei minimalem Beitrag“.

Das bedeutet?

Wir erfüllen Aufgaben, die unsere Unternehmerinnen und Unternehmer haben wollen. Ich möchte, dass wir wegkommen von einer stumpfen Beitragszahlung, sondern nutzerbedingt abrechnen. Also, wenn die Firmen Leistungen der Kammer in Anspruch nehmen, dann zahlen sie die Gebühren, die kostendeckend sind. Diese Leistung sollen nämlich nicht alle anderen mitbezahlen. Es gibt gegenwärtig bei uns Angebote, die von dem, der sie in Anspruch nimmt, nur zur Hälfte bezahlt werden. Die anderen finanzieren den Rest mit. Das finde ich nicht gut. Mir wäre ein Modell lieber, wo die Unternehmen einen Beitrag entrichten, der zu den abgerufenen Dienstleistungen passt. Da zahlt dann einer nur 40 Euro im Jahr, weil er nichts in Anspruch nimmt. Der Kammer muss es zudem gelingen, noch offener und transparenter sowie kundenorientierter zu werden, denn ansonsten schafft sie sich auf Sicht sowieso ab. Vor uns steht eine weitere große Aufgabe. Denn unsere IHK gibt es seit 26 Jahren. Viele Mitarbeiter sind von Anfang an dabei. Da steht auch ein Generationswechsel an. Ich habe einen Zehn-Punkte-Plan, den ich für die richtige strategische Ausrichtung halte. Ich hielte es aber für unfair, dieses Papier jetzt öffentlich zu machen.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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