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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2016 | 14:54 Uhr

Rostocks Wassertaxi : Idee vom Neptun Hopper begeistert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Fachpublikum zeigt sich vom Wasserbus für die Warnow angetan und bietet Unterstützung für den weiteren Weg an

Was hat die Hansestadt mit dem australischen Brisbane, Berlin, Paris oder Kopenhagen gemeinsam? Momentan nur die Lage an einem Fluss. Bald aber könnte eine weitere Übereinstimmung dazukommen: Bis auf Rostock verfügen nämlich alle genannten Städte bereits über Wassertaxen oder -busse.

In der Hansestadt gibt es nun zumindest die Idee davon. Auf den Computern der Neptun Ship Design GmbH fährt der Neptun Hopper bereits als Simulation auf der Warnow. Acht Mitarbeiter des Unternehmens waren seit März für die Entwicklung eines entsprechenden Konzepts abgestellt. „Die Kosten dafür tragen wir selbst, die Idee ist quasi ein Geschenk an die Stadt“, sagt Helge Sell. Die Firma mit Sitz auf dem historischen Werftgelände ist ein Konstruktions- und Berechnungsbüro für Schiffe mit 125 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 16 Millionen Euro. „Zehn Prozent des Etats investieren wir in Forschung und Entwicklung“, so der Geschäftsführer. Und genau in diese Kategorie fällt der Neptun Hopper.

Bei der Vorstellung der Idee vor Fachpublikum waren die Reaktionen gestern durchweg positiv. „Das ist ein tolles und innovatives Konzept und ich kann dafür nur die Daumen drücken“, sagte Michael Schroeder. Der Technische Vorstand der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) sieht den Neptun Hopper nicht als Konkurrenz zum eigenen Angebot. „Wir als RSAG sind offen in der Diskussion für einen attraktiven Nahverkehr.“ Lob gab es auch von Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. „Diese Idee ist eine deutliche Verbesserung des Nahverkehrs auf dem Wasser – und das ganzjährig und für alle Rostocker. Außerdem wird die Umwelt entlastet und wir hätten das Problem mit der Fähre geklärt, die instand gesetzt werden muss“, so Ruhnke.

Dass eine Art Wasserbus auf der Warnow „keine grüne Spinnerei ist“, sondern funktionieren kann, wusste Ingo Schillinger zu berichten. Sein Unternehmen, die Stralsunder Ostseestaal GmbH, fertigt solche elektrischen Nahverkehrsschiffe. Zum Beispiel allein vier für den Betrieb in Berlin und ganz aktuell die erste elektrische Autofähre, die im süddeutschen Raum stationiert werden soll. „Die Idee des Neptun Hoppers ist realistisch, aber es muss sich rechnen und gibt kaum Fördermittel“, so Schillinger aus Erfahrung. Als schwierig schätzt er allerdings die Rostocker Idee ein, bedarfsgerechte Fahrten anzubieten. „In Berlin sind die Schiffe innerhalb der Verkehrsbetriebe im Einsatz und an den Nahverkehr angebunden. Dafür braucht man aber Anschlussbusse oder -bahnen. Gerade wenn man ältere Menschen erreichen will“, so Schillinger, der anbot, seine Erfahrungen auf dem weiteren Weg mit einzubringen.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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