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Norddeutsche Neueste Nachrichten

06. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

Warnemünde : Hoffnung für einen alten Kutter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die „Doberan“ hat einen neuen Eigner. Dirk Kuhla erfüllt sich mit dem Vorhaben einen Traum. Das Boot soll historische Segel bekommen

Sie gehören zur Postkartenidylle von Warnemünde: Die hölzernen Fischkutter, deren Überleben wackliger wird, weil der Erhalt enorm kostspielig ist. Touristiker, Denkmalschützer und Traditionspfleger sollten den Erhalt fördern.

Jetzt gibt es Hoffnung für den Kutter „Doberan“ vom Alten Strom. Die Rote Flotte hat ihn an Dirk Kuhla aus Spremberg verkauft. Der 49-Jährige betreibt dort ein Unternehmen für Natursteinhandel und Forstwirtschaft. Er ist auch Betriebswirt. Und sein Traum war es seit Ewigkeiten, einen alten Kutter zu erwerben, zu restaurieren und einzusetzen für Angeltouren nach Norwegen. Er hat als Kind in Warnemünde das Aus- und Einlaufen der Kutter mit Freude verfolgt. Dass da nicht nur Geschäftssinn, sondern enorm viel Herzblut für diese Kutter im Spiel ist, bestätigen Kapitän Joachim Laasch (55) und Bernd Fast (72). Den Rentner nennen alle Bootsmann. Beide haben von Kuhla Jacken mit dem Aufdruck „Doberan“ und „WAR 47“ geschenkt bekommen, wie das Schiff zu DDR-Zeiten hieß. Sie brennen für das Vorhaben Kuttererhalt. „Das ist eine Herzensangelegenheit“, so Fast.

„Ich habe das Projekt seit fünf Jahren in der Schublade“, erzählt Kuhla. „Und bei der ,Dessau’, die verschrottet wurde, war ich leider zu spät“, bedauert er. Vom äußeren Erscheinungsbild soll die „Doberan“ so bleiben, aber Fischraum und Mannschaftslogis werden umgebaut. Sechs Gäste und zwei Leute Besatzung sollen Platz finden. Außerdem sind zwei Reserve-Kojen vorgesehen.

Zur Grundsicherung wurde das Deck freigeräumt, das Deckshaus mit Rostschutz gestrichen. ,,Wir führen Gespräche mit Werften, der Schiffsrumpf muss von Bewuchs befreit werden, damit der Unterrumpf wieder schön ist“, so Kuhla. Er besitzt 530 Hektar Wald und erklärt: ,,Beim Wald darf man nie mehr wegnehmen als nachwächst, das wird beim Schiff genauso. Das Schiff muss sich irgendwann rechnen, sonst lässt es sich nicht dauerhaft betreiben und erhalten“, betont er.

Der Schiffseigner möchte eine historische Besegelung. ,,Die Segel sollen so ähnlich sein wie die der alten Zeesboote“, verdeutlicht Kuhla. Er sieht den Erhalt der „Doberan“ wie folgt: ,,Nach außen so viel Tradition wie möglich, aber bei der Technik und der Ausstattung im Innern so modern wie es geht.“ Auch Freundin Domenica und die vier Kinder des Paares teilen die Begeisterung. Kuhla und seine Freundin wollen die erforderlichen Bootsführerscheine absolvieren, um in der Lage zu sein, den Kutter auch selbst zu fahren. „Es haben sich auch schon einige Kapitäne gemeldet, die für uns fahren wollen“, freut sich Kuhla.

Am liebsten würde er die „Doberan“ am Alten Strom lassen. Er hat deshalb beim Hafenmeister vorgefühlt und will auch an anderen Stellen Klinkenputzen. Bleibt der Kutter hier, bekommt er den typisch rot-weißen Anstrich. Gibt es ein Nein für Warnemünde, kommt ein blau-weißer Anstrich für Norwegen. Und dann fehlt ein weiter Kutter am Alten Strom.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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