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Norddeutsche Neueste Nachrichten

06. Dezember 2016 | 15:03 Uhr

Rostock Lütten Klein : Giga-Hochhaus schürt Diskussion

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

WG Union will Allende-Klinik durch 22-Geschosser ersetzen. Ortsbeirat erwartet die Vorstellung der Pläne am 1. Dezember mit Skepsis

Die Rostocker Wohnungsgenossenschaft (WG) Union will die Ruine der ehemaligen Allende-Klinik abreißen und auf dem Grundstück ein 22-geschossiges Hochhaus bauen – mit 140 Wohnungen mit Balkonen, Aufzügen, Parkhaus und viel Grün rundherum. Für die Umsetzung dieser Pläne will sich die Genossenschaft die Zustimmung der Gemeinde einholen, das Projekt in der nächsten Ortsbeiratssitzung Lütten Klein am 1. Dezember vorstellen.

Das Gremium tritt den Plänen mit gemischten Gefühlen entgegen: „Auf den ersten Blick scheint es nicht schlecht, aber wir kennen das Projekt bisher nur aus der Presse und sind gespannt, was uns am Ende auf den Tisch gelegt wird“, sagt die Ortsbeiratsvorsitzende Gabriele Bolz (CDU).

Das Hochhaus ist bereits die zweite Bauvariante, die die Genossenschaft für das Gelände, das sie 2011 erworben hat, entwerfen ließ. Zuvor war eine Idee vorgestellt worden, die nach Aussagen der Investoren Mieten um die 12 oder 13 Euro pro Quadratmeter generiert hätten – vor allem durch den Bau des ursprünglich geplanten unterirdischen Parkhauses. „Das kann man an diesem Standort nicht verlangen“, meint WG Union-Geschäftsführer Volker Fritz. Durch den Hochhausbau sähen Gutachter und Planer jetzt Mieten unter zehn Euro pro Quadratmeter als realistisch an. „Das erste Konzept war für uns völlig akzeptabel – jetzt müssen wir uns erst mal anhören, was genau geplant ist“, sagt Lütten Kleins Beirats-Chefin Bolz. Mit Skepsis sehe sie allerdings die angestrebte Miethöhe und die Umsetzung dieser.

Dass die Unternehmer die alte Klinik-Ruine definitiv nicht abreißen wollen, bevor sie Baurecht für ihren 22-Geschosser bekommen, sei verständlich, berge aber Gefahren – gebrannt habe es dort bereits häufiger, so Bolz. Bedenken habe allerdings auch die Feuerwehr in Bezug auf das Mega-Hochhaus angemeldet, so die Ortsbeiratsvorsitzende. Im Brandfall kämen die Retter ohne Weiteres nicht so schnell bis in die höchsten Stockwerke.

Letztlich bleibe es aber dabei, dass Wohnungen dringend gebraucht würden, so Bolz. Das hatte auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) am Montag auf einer Einwohnerversammlung zum Ausbau Biestows deutlich gemacht. Dabei hatte Methling die Entwürfe für das Hochhaus der WG Union als lobenswertes Projektbeispiel angeführt.

Wie die Stadtteilbewohner und andere Rostocker zu den raumgreifenden Plänen der WG Union stehen, wird sich auf der Ortsbeiratssitzung am 1. Dezember im Lütten Kleiner Mehrgenerationenhaus zeigen.

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