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Norddeutsche Neueste Nachrichten

29. Juli 2016 | 21:48 Uhr

24-Stunden-Kita Rostock : Geldregen für Kita-Projekt?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bund stellt 600 000 Euro für die Rundumbetreuung des Rostocker Nachwuchses in Aussicht

Das Projekt 24-Stunden-Kita in Rostock hat eine wichtige Hürde genommen: Die erste Stufe des Aufnahmeverfahrens in das Förderprogramm Kita Plus von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Damit winken der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP) als Betreiber bis zu 600 000 Euro Unterstützung innerhalb von drei Jahren bis Ende 2018. „Davon würden in erster Linie die Kommune und die Eltern profitieren“, sagt Wolfgang Richter von der GGP.

Noch allerdings ist das Geld keineswegs sicher. Um endgültig in das Programm aufgenommen zu werden, ist jetzt die Stadt gefordert. „Wir benötigen die Betriebserlaubnis und das Amt für Jugend und Soziales müsste schriftlich erklären, Partner im Netzwerk zu werden“, so Richter. „Dazu müsste die Stadt aber über den Schatten ihres Sozialsenators springen“ – Steffen Bockhahn (Linke) ist ein erklärter Gegner der Rundumbetreuung. Er bezweifelt früheren Aussagen zufolge, ob bis zu 19,5 Stunden täglich außerhalb der Familie an sechs aufeinanderfolgenden Tagen wirklich dem Wohl des Kindes dienen.

Im Einklang mit dem Oberbürgermeister argumentiert der Senator zudem mit der zusätzlichen Belastung des städtischen Haushalts durch die freiwilligen Ausgaben. Das sei mit den Sparvorgaben des Schweriner Innenministeriums nicht vereinbar. Bockhahn beruft sich auf einen Beschluss der Bürgerschaft. Diese hatte zunächst zwar 150 000 Euro für die Jahre 2015 und 2016 freigegeben, später aber Verhandlungen mit dem Land gefordert. Dieses müsse sich ebenfalls an der Finanzierung beteiligen.

Die Finanzierung wäre nun gesichert. „Es wird immer enger mit dem Neinsagen“, so Richter. Das Thema werde weiter präsent sein, der Bedarf bei den Eltern sei vorhanden – auch wenn eine Befragung der Universität zu einem anderen Ergebnis gekommen war. Entlastet werden sollen insbesondere Schichtdienstleistende, beispielsweise im medizinischen Bereich oder bei der Polizei. Denn nicht alle hätten ihre Großeltern oder Freunde in der Nähe, die im Zweifelsfall einspringen könnten. Zum Teil drohe einem Elternteil sogar der Jobverlust. Das könne eine 24-Stunden-Kita, in der die Kinder fachmännisch betreut werden, verhindern.

Das Bundesprogramm Kita Plus soll Kitas und Kindertagespflegestellen flexiblere Öffnungszeiten ermöglichen. Auf diese Weise werde die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesteigert. Zielgruppe sind neben Schichtdienstleistenden auch Alleinerziehende, Berufsrückkehrer, Selbstständige sowie Berufsgruppen, deren Arbeitszeiten außerhalb der üblichen Kita-Öffnungszeiten liegen. Insgesamt investiert das Bundesfamilienministerium dafür 100 Millionen Euro.

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erstellt am 18.Jan.2016 | 08:00 Uhr

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