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Norddeutsche Neueste Nachrichten

27. Juni 2016 | 04:10 Uhr

Vogelspinnen in Rostock : Gefährliche Spinnen entpuppen sich als Häute

vom

Auf einem Parkplatz waren fünfzehn Terrarien abgestellt worden, einige offenbar noch von Spinnen bewohnt. Der erste Anschein aber trog.

Einen solchen Polizei- und Feuerwehreinsatz hat es in Rostock wohl noch nie gegeben. Am späten Mittwochabend wurden die Polizisten in den Stadtteil Dierkow gerufen, weil dort - mitten in einem Wohngebiet - mehrere, zum Teil beschädigte, Terrarien mit Vogelspinnen auf dem Gehweg standen. Die alarmierten Beamten des Reviers Dierkow fuhren schließlich zur genannten Adresse in die Straße Dierkower Höhe und trauten ihren Augen kaum. Ganze 15 Terrarien waren dort fein säuberlich neben- und übereinander abgestellt.

Mittlerweile hat sich der Spinnenliebhaber bei den Behörden gemeldet und stellte klar, dass er die schon seit langem nicht mehr genutzten Terrarien als Sperrmüll zur Entsorgung am Straßenrand deponiert hatte. In den Glasbehältern hätten sich nur noch die völlig harmlosen Häute von Spinnen befunden. Das bestätigten laut Polizei auch die Tierrettung der Feuerwehr und das Veterinäramt.

Beim Durchleuchten der Glasbehälter hatten die Beamten zunächst sechs Vogelspinnen fest. Sie riefen die Berufsfeuerwehr zur Hilfe. Für die Beamten hatte es den Anschein einer Wohnungsauflösung, doch trotz aller Mutmaßungen konnten sie sich keinen Reim auf den kuriosen Fund machen. Da aber nur sechs Vogelspinnen in den insgesamt 15 Terrarien gefunden wurden, bestand der Verdacht, dass bereits vor dem Eintreffen der Polizei einige Spinnen aus den beschädigten Behältern gekrabbelt sein könnten. Dies ist nach aktuellen Erkenntnissen nicht der Fall, da sich keine lebenden Spinnen in den Terrarien befanden.

Als ein Beamter der Tierrettung eintraf, staunte auch der nicht schlecht. "Giftschlangen und andere exotische Tiere hatten wir ja schon, aber Vogelspinnen noch nicht", sagte er. Zusammen mit den drei Polizisten wurden die Terrarien in das Feuerwehrauto geladen.

Während für die Bewohner in der Nähe des Fundortes damit Entwarnung gegeben werden konnte, ist die Sache für den einstigen Besitzer der Tiere noch nicht ausgestanden. Die von ihm gewählte Entsorgung entspreche nicht den Vorschriften des Tierkörperbeseitigungsgesetzes, erklärte die Polizei. Deshalb werde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

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erstellt am 04.Feb.2016 | 07:52 Uhr

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