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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. September 2016 | 05:44 Uhr

Volkstheater Rostock : „Fremde Betten“: Zimmerfrau auf Probe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

„Fremde Betten“: Vor der Premiere guckt Schauspielerin Friederike Drews im Hotel Neptun bei der Arbeit zu

Das Volkstheater Rostock inszeniert bereits zum zweiten Mal in Warnemünde ein Stück mit Bezug zum Ort und zum Tourismus. Nach dem Warnemünde-Stück „Alter Strom“, das der Rostocker Autor Frank Schlößer dem Ostseebad auf den Leib geschneidert hat, folgt jetzt Ende des Monats eine weitere Premiere. Selbst wenn der Inhalt von „Fremde Betten“ von der Wirklichkeit abweicht, so passt es in die Touristenhochburg Warnemünde. „Fremde Betten“ nach dem Roman „Das Zimmermädchen“ von Markus Oths wird von Regisseurin Beatrix Schwarzbach inszeniert, Dramaturg ist Martin Stefke. Schauspielerin Friederike Drews verkörpert Zimmermädchen Lynn, das im Hotel Eden putzt. Und für Lynn wird der Beruf zur Obsession. Immer länger bleibt sie in den Zimmern, überschreitet in der Faszination für Kleider, Kulturbeutel, Bücher und private Dinge der Gäste die Grenzen des Erlaubten. Das führt dazu, dass sie an einem Dienstag Schritte hört und den Schlüssel im Schlüsselloch. Lynn hat nur eine Chance, unentdeckt zu bleiben: Sie kriecht unter das Bett und verbringt die Nacht dort – mit dem fremden Gast über sich. Lynn wird süchtig nach dem Kitzel aus Neugier und Gefahr und verbringt seitdem jeden Dienstag unter den Betten der Gäste.

Um die Rolle so authentisch wie möglich zu spielen, hatten Regisseurin und Hauptdarstellerin den Wunsch, einer richtigen Zimmerfrau bei der Arbeit über die Schulter zu gucken.

Die Wahl fiel auf das Hotel Neptun. „Auch, wenn dieser Termin in die Hochsaison gefallen ist, freuen wir uns auf eine Zusammenarbeit mit dem Theater“, sagt Neptun-Sprecherin Silke Greven. Im Fünf-Sterne-Haus an der Ostsee gehören Zimmerfrauen zum festen Team und arbeiten oft schon lange dort. Die ausgesuchte Andrea Horn macht ihren Job dort bereits elf Jahre. „Dass eine Schauspielerin der Zimmerfrau über die Schulter schauen wollte, hat Andrea Horn überrascht“, sagt Greven. Aber sie stimmte zu und hat sich bei der Arbeit beobachten lassen und Auskunft gegeben. Eines betont Greven allerdings: „Im Gegensatz zu Zimmermädchen Lynn ist für Andrea Horn und alle anderen Zimmerfrauen im Neptun Diskretion Ehrensache und oberstes Gebot.“

Schauspielerin Drews war hinterher beeindruckt vom umfangreichen Kosmos, der hinter jedem Zimmer steckt, wie freundlich die Zimmerfrau trotz des hohen Arbeitspensums bleibt und wie eng der Kontakt zu vielen Stammgästen ist. „Das war ein schönes Erlebnis und wichtig für die Arbeit am Stück“, sagt Dramaturg Martin Stefke. Zum Glück fiel die Stippvisite in die Anfangsphase der Proben, sodass manche Erfahrung mit einfließen konnte. Die Premiere ist am 30. September um 20 Uhr in der Kleinen Komödie statt.
 

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erstellt am 21.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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