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Norddeutsche Neueste Nachrichten

08. Dezember 2016 | 01:07 Uhr

Friedrich-Franz-Bahnhof : Fällt letzte Lücke für Gewerbe weg?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Investor will B-Plan-Änderung im Wohngebiet Friedrich-Franz-Bahnhof. Ortsbeiratsvertreter halten dagegen.

Verwirft die Stadtverwaltung ihre Pläne für den ehemaligen Friedrich-Franz-Bahnhof zugunsten eines Investors oder hält sie weiter an einem durch Gewerbe aufgelockertem Wohngebiet fest? Damit muss sich aktuell das Stadtplanungsamt beschäftigen. Die Investoren für das Viertel, Reinhard Köster und Jan-Peter Nissen, haben beantragt, dass die per Bebauungsplan festgesetzte Mischgebietsfläche in eine allgemeine Wohnbaufläche umgewandelt wird.

„Die Idee war, einen Bereich zu haben, der auch belebt ist – für die neuen Bewohner, aber auch für das Umfeld“, sagt Ralph Maronde vom Amt. So kam es aber nicht – „und jetzt unterhalten wir uns über die letzte Fläche, mit der es noch möglich wäre, das zu beleben“, sagte er im Ortsbeirat Stadtmitte, in dem er die Lage schilderte. Der war geteilter Meinung. „Mir erschließt sich nicht, welches Gewerbe hier angesiedelt werden könnte, das einen echten Nutzen hat“, schwang sich Christoph Eisfeld (UFR) auf die Seite des Investors. Man sollte an der Stelle nicht blind blockieren, nur weil es im B-Plan drinsteht, sagte er. „Es hat sich ja jemand mal was dabei gedacht, eine Fläche für Gewerbe freizulassen“, argumentierte Andreas Herzog (SPD), „nur weil jetzt keiner da ist, sollten wir das nicht wegwerfen“.

Die vorhandene Fläche würde für einen kleinen Supermarkt, einen Laden, Bäcker oder ein kleines Restaurant reichen, erklärt Maronde. Darüber könnten zum Beispiel Büros entstehen. Beiratsmitglied Torsten Hohberg (Grüne) ist vor allem wichtig, dass der Platzcharakter erhalten bleibt. Dem Wohngebiet in dieser Lage würde sonst schlichtweg das Besondere fehlen. Daran werde das Amt so oder so festhalten, so Maronde. „Eigentlich müsste das letzte Wort die Bevölkerung haben, die da wohnt“, kommentierte der Vorsitzende des Beirates, Werner Simowitsch (Linke).

Die Einwohner, so wurde im Ortsbeirat ausgewertet, waren enttäuscht, als das betreute Wohnen ins Warnowschlösschen zog. Es sei ihnen schließlich auch versprochen worden, dass es ein belebtes Wohnviertel würde. Die Sorge kristallisierte sich raus, dass dort wie in Kassebohm oder Brinckmanshöhe verdichtete Plattenviertel entstehen. Das dürfe nicht die Konsequenz des Wohnungsbedarfs sein. „Wir sollten dem Wohngebiet eine Chance geben“, appellierte Herzog. Das Stadtplanungsamt nahm die Anregung mit.

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erstellt am 29.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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