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Norddeutsche Neueste Nachrichten

07. Dezember 2016 | 21:20 Uhr

#Wirkoennenrichtiglokal : Entflammt für gutes Fleisch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stefan Pistol hat das Handwerk gelernt und will sein Wissen weitergeben. Regionale Spezialitäten werden ab Oktober im Laden verkauft.

Bei Stefan Pistol geht die Liebe zum Fleisch nicht auf die Hüften, sondern unter die Haut. Denn sein Lebensmotto trägt der 29-Jährige als Tattoo auf dem linken Unterarm: „Steak it easy“. In der Hansestadt und dem Umland kennen bisher vor allem Grillfans den gelernten Fleischermeister, weil er seit drei Jahren Kurse gibt, bei denen die Teilnehmer sowohl die richtigen Techniken als auch das beste Fleisch für den Rost kennenlernen.


Mehr als nur Filets und Rumpsteaks


Und weil das, was als Nebenjob zu seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter im Handelshof begann, schnell richtig erfolgreich wurde, hat sich der zweifache Familienvater Anfang April mit Pistol Prime BBQ selbstständig gemacht. „Dass jetzt im Oktober der erste eigene Laden folgt, war nicht geplant“, erzählt er. Weil aber immer wieder Teilnehmer seiner Grillkurse fragten, wo sie das gute Fleisch aus den Kursen herbekommen, hat Pistol sein bisheriges Lager in Neu Roggentin zum Shop umgebaut.

Dabei verfolgt der gebürtige Teterower durchaus auch eine Mission: „Ich möchte, dass die Leute umdenken und nicht immer nur Filets wollen. Das Tier bietet viel mehr, was sogar besser schmeckt“, sagt Pistol. „From nose to tail“, also von der Nase bis zum Schwanz, so seine Philosophie, würde jedes Schwein oder Rind deutlich mehr bieten als die landläufig begehrten Filets, Rumpsteaks und Hüft-Stücke. Die Konsumenten wären zu sehr dem Magerwahn verfallen und würden dabei auch Gutes übersehen, glaubt der Fleischermeister.

Die Teile, von denen er so schwärmt, liegen bereits in seinen Kühl- und Reifeschränken. Bürgermeisterstücke, Flanksteaks, Dry Aged Roastbeef, Teile vom Wagyu-Rind... – alles regional und von Züchtern, die der Fleischermeister persönlich kennt. „Man schmeckt die gute Haltung und auch, ob das Tier gutes Futter bekommen hat“, sagt Pistol. Hochwertiges Fleisch sei zum Beispiel an der „schönen Marmorierung“ erkennbar. Dabei muss es nicht immer das teuerste sein, weiß der Experte, der insgesamt 13 Jahre im Großhandel tätig war.

Er bemerkt bei seinen Kunden auch einen Wandel im Essverhalten – weg vom täglichen und hin zum selteneren Fleischverzehr, bei dem aber mehr Wert auf Qualität und Herkunft gelegt wird. „Mein Ziel ist deshalb: Wer sich einmal pro Woche ein gutes Stück Fleisch holen will, der kommt zu mir in den Laden“, so Pistol.

Außerdem will er durch gute Beratung den Kunden die Angst nehmen, dass sie bei hochwertigeren Produkten etwas falsch machen könnten in der Zubereitung und sich dann über ein teures, aber verbranntes Stück Fleisch ärgern müssten. „Es muss nicht immer der Grill sein, es geht natürlich auch in der Pfanne – wichtig ist nur, dass beides einen Deckel hat und dass die Zubereitung ,slow and low’, also langsam und mit Ruhe erfolgt“, sagt der Jungunternehmer. Für ihn selbst bleibt der Grill aber erste Wahl „und zu Hause die Küche ganzjährig sauber“, wie er schmunzelnd verrät.


Genuss-Talent liegt
in der Familie


Im neuen Laden werden aber nicht nur Fleischliebhaber fündig. Weil die Vorliebe für Genuss in der Familie liegt, verkauft Pistol auch den „Knaller-Waller“ – einen Edelwels aus der Zucht seines Großcousins Torsten Pistol, der auch an Spitzenköche wie Tim Mälzer liefert. Außerdem gibt es Essig, Wein, Schnaps, Gewürze und Chutneys – eben alles, was den Fleisch- oder Fischgenuss noch veredelt.

Neben den Kursen und dem Laden hat Pistol auch schon an den Deutschen Grillmeisterschaften teilgenommen. 2015 erreichte er Rang 22. „Ein Grund dafür war, dass ich beim vegetarischen Gang den letzten Platz gemacht habe“, sagt er und ergänzt grinsend: „Aber ganz ehrlich: Das ist für einen Fleischliebhaber doch die größte Auszeichnung“.

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erstellt am 29.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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