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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. September 2016 | 21:07 Uhr

Baulücke Uniplatz Rostock : Ein Haus für Uwe Johnson

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gesellschaft plant Neubau am Uniplatz. Gestaltungsbeirat schlägt Architekturwettbewerb vor und bringt damit das Projekt in Gefahr

Ein Uwe-Johnson-Haus soll künftig die Baulücke zwischen dem Barocksaal und den Hochschulgebäuden am Universitätsplatz schließen. So planen es Prof. Holger Helbig, erster Inhaber der Uwe Johnson-Professur, und die hinter ihm stehende Uwe Johnson-Gesellschaft. Aktuell „herrscht bei uns Schichtbetrieb, das liegt an der Größe des Gebäudes“, sagt Helbig, dessen Gesellschaft ihren Hauptsitz noch in der Gertrudenstraße hat. Das Johnson-Archiv mit 8000 Büchern und 50 000 Seiten Manuskripten befindet sich bereits seit Oktober 2012 im Bücherspeicher der Unibibliothek. Er steht direkt hinter dem angestrebten Neubau, mit dem die Gesellschaft das Andenken an den Schriftsteller auch räumlich ins Zentrum der Stadt katapultieren möchte.

Dazu würde das Haus Platz für ein Museum oder eine Ausstellung über Leben und Wirken Uwe Johnsons bieten. Und auch eine Gästewohnung für Forscher von auswärts wäre möglich. „Aktuell kommen 15 bis 20 pro Jahr, die ins Archiv Einsicht nehmen wollen“, sagt Helbig. Als Stiftungsprofessor sei er verpflichtet, sich um das Erbe des Schriftstellers zu kümmern. „Das ist ein Glücksfall, dass so eine Einrichtung nach Rostock kommen soll“, sagt Klaus Petersen, Vorsitzender des Gestaltungsbeirats. Auf dessen jüngster Sitzung wurde das Vorhaben erstmals präsentiert. Petersen: „An diesem besonderen Ort muss diese besondere Nutzung ihren Platz finden.“ Mit dem ersten architektonischen Entwurf allerdings konnte sich das beratende Gremium nicht anfreunden. „Zu bescheiden, zu klein“, so das Urteil von Mitglied Prof. Claus Anderhalten. „Das braucht einfach mehr Wumms und Präsenz.“ Er rät daher dazu, sich an den Nachbargebäuden zu orientieren und die Fassade über die gesamte Fläche zu ziehen. Außerdem empfiehlt der Beirat einen Architekturwettbewerb.

Den unterstützt auch der Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) MV, dem das Grundstück gehört. „Wir würden uns über einen Wettbewerb freuen“, sagt Abteilungsleiterin Helga Maaser. Ihr zufolge soll der Neubau der Stiftung nach 30 Jahren ins Landeseigentum übergehen. Nach der Kritik des Beirats zeigten sich die möglichen Bauherren allerdings sehr zurückhaltend in Bezug auf das gesamte Projekt. Zu Kosten und möglichen Zeitplänen wollten sie anschließend keine Angaben machen. „Wir ziehen uns jetzt erstmal zur Auswertung zurück“, so Ulrich Fries, Vorstandsvorsitzender der Uwe Johnson-Gesellschaft und Initiator der Professur.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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