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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2016 | 03:13 Uhr

#wirkoennenrichtig : Durchs alte Mecklenburg spazieren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Freilichtmuseum in Klockenhagen überzeugt mit Mitmachangeboten und historischem Charme. Geöffnet bis 31. Oktober.

Nur noch wenige Tage bleiben bis zum 31.Oktober und danach ist Winterruhe im Freilichtmuseum Klockenhagen, dem Dorf im Dorfe vor den Toren von Ribnitz-Damgarten. Wer dieses Museum, das zum Mitmachen und Anfassen einlädt, noch nicht kennt, sollte es unbedingt für einen Besuch vormerken. 1970 war seine Geburtsstunde mit dem ersten Denkmalhof, der um 1700 erbaut und bis 1976 bewohnt wurde. Später folgten 20 Beispiele norddeutscher Baukunst auf einem sechs Hektar großen Gelände. Erhaltenswerte Gebäude aus Mecklenburger Dörfern wurden fachgerecht abgebaut, zu einem Museumsdorf wieder aufgebaut und eingerichtet. So finde ich auf meinem Dorfspaziergang neben Bauernhäusern, Katen und Scheunen aus drei Jahrhunderten einen Backofen, die Schmiede und Stellmacherei, einen echten Dorfladen und die kleine Kirche. Das Bienenhaus steht neben dem Kräutergarten, die Bockwindmühle am Rande des Dorfes, einen idyllischen Dorfteich gibt es und in seiner Nähe das Spritzenhaus für die Feuerwehr – auch ein Trockenklo wurde nicht vergessen.

Wer Schwierigkeiten hat, sich das Leben unserer Vorfahren in den Dörfern vorzustellen, sollte unbedingt die Tür zu dem neuen Rundbau öffnen und sich in das Mecklenburg-Panorama von Karl Eschenburg vertiefen. Motive aus dem dörflichen Leben in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden von dem Rostocker Fotografen festgehalten, etwa 80 Jahre später durch einen Berliner Bildkünstler zu einem 360-Grad-Panorama nahtlos aneinandergefügt und mit Tönen unterlegt. Die Dorfgänse schnattern, Kinder tanzen und singen Lieder, der Betrachter ist dabei, wenn die Garben auf den Erntewagen gestakt werden und der Fischer seine Netze flickt.

Wird danach ein historisches Bauernhaus betreten, vervollständigt sich das Bild über die Lebensverhältnisse unserer ländlichen Vorfahren. Alles geschieht unter einem (Rohr)Dach: Hier wurde gelebt und gearbeitet, Mensch, Vieh und Ernteerzeugnisse mussten Platz finden – die meist kinderreiche Familie auf engem Raum zusammenrücken. Niedrige Decken, kleine Fenster, festgestampfte Lehmfußböden, rußgeschwärzte Wände, eine karge Einrichtung. Beim Spaziergang durch das Dorf komme ich zum Barbier – der in den Sommermonaten jeweils an einem Mittwoch in seine Stube einlädt, um Touristen auf herkömmliche Weise zu rasieren. In der Stellmacherei kann gebastelt werden, ein Spinnkurs besucht und das Filzen erlernt werden. Wer mag, kann an einer Führung durch den Kräutergarten teilnehmen, bei der Zubereitung einer Kräuterspezialität helfen und sie natürlich kosten. Ebenfalls nur in den Sommermonaten werden Kutschfahrten auf dem Museumsgelände angeboten, mehrmals wöchentlich wird im Holzofen frisches Brot gebacken und ein Schmied zeigt, wie mit Hammer und Amboss umgegangen wird.

Tipp: Herbstfest am 23. Oktober


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