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Norddeutsche Neueste Nachrichten

05. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

TheaterRezension : Drosselbart sorgt für Happy End

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Weihnachtsmärchen feiert Premiere in Compagnie de Comédie . Das Ensemble überzeugt, die Inszenierung streckenweise langatmig.

In der ausverkauften Bühne 602 hat die Compagnie de Comédie gestern die Premiere ihres Weihnachtsmärchens „König Drosselbart“ gefeiert. Compagnie-Urgestein Christoph Gottschalch hat das Grimm’sche Märchen um die hochnäsige Prinzessin Jolanda und den klugen König Friedrich von Felsenstein neu interpretiert.

Mit der teilweise gereimten Erzählweise und den prächtigen Kostümen kommt das Weihnachtsmärchen traditionell daher. Doch durchbricht Sven Lange als fahrender Sänger die unsichtbare Wand: Er kennt Smartphones, PCs und Kinderfernsehen und stellt so Kontakt zum vornehmlich jungen Publikum her. Während Manfred Schlosser als strenges und weichherziges „Papilein“ an der überzeugend hochnäsigen Prinzessin Jeannine Schulte beinahe verzweifelt, rufen die potenziellen Heiratskandidaten heftige Schmunzler hervor.

Auffällig: Die teilweise sehr langen Schauspiel-Elemente wechseln stets gekonnt mit eigens komponierten Gesangseinlagen, die die Aufmerksamkeit aufrecht erhalten sollen. Zwar vermag es Peter Dulke als sympathischer und einfühlsamer Drosselbart ausgezeichnet die Grimm’sche Moral zu vermitteln – weder nach dem Äußeren, noch dem ersten Eindruck zu urteilen – doch kommt die Geschichte in 50 und 20 Minuten insgesamt etwas überlang für die ganz kleinen Zuschauer daher.

Höhepunkte des neu aufbereiteten Klassikers sind aber ganz klar die Jonglier-Einlagen in der königlichen Küche und der aufregende Degenkampf um die Ehre des Drosselbarts auf dem Markt. So schafft es schließlich das hervorragende Ensemble, die Spannung bis zum Happy End einigermaßen aufrecht zu erhalten.

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