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Norddeutsche Neueste Nachrichten

04. Dezember 2016 | 02:54 Uhr

Rostock : Die Hafen-Chefin geht von Bord

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Daniele Priebe verabschiedet sich nach 14 Jahren als Geschäftsführerin des Fischereihafens . Neuer Leiter ist Prokurist Steffen Knispel

Geschäftspartner, Mitarbeiter und Wegbegleiter haben gestern im Studio 301 eine starke Frau in den Ruhestand verabschiedet: 14 Jahre lang war Daniele Priebe Geschäftsführerin der Rostocker Fracht- und Fischereihafen GmbH (RFH), insgesamt hat sich die Ur-Rostockerin 46 Jahre lang der Arbeit im maritimen Gewerbe verschrieben. „Es ist Wahnsinn, wie viele Leute gekommen sind, um mich zu verabschieden. Das bedeutet wohl, dass man etwas richtig gemacht hat“, sagt Priebe sichtlich gerührt.

Als ehrgeizig, treu und verlässlich bezeichnet sich die 62-Jährige selbst: „Mein Herz brannte immer für den Hafen. Am 1. Juli 1970 bin ich hier als Lehrling reinmarschiert – dass ich heute als Geschäftsführerin hier rausgehe, Kinder, das hätte ich nicht gedacht“, sagt Priebe. Einfach hatte sie es als Hafen-Chefin nicht immer, denn mit der Wende kam ein großer Umbruch. „1990 war der Fischereihafen eine Art Müllhaufen, den es wieder aufzuwerten galt“, sagt Priebes Stellvertreter und Leiter der Hafenwirtschaft, Ronald Schulz. Doch das habe die bis heute einzige Hafen-Chefin zusammen mit ihrem Team mit Bravour geschafft.

Das beweisen auch die Zahlen: „2005 hatten wir einen Umsatz von 4,7 Millionen und schrieben rote Zahlen – 2015 waren es 10,9 Millionen Umsatz und zwei Millionen Gewinn“, sagt Jochen Bruhn, Chef der Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding (RVV), die 96 Prozent der Anteile des Fischereihafens hält. Von der RVV kommt auch der neue Geschäftsführer des RFH, Steffen Knispel. Der war bereits als Interimsgeschäftsführer des Flughafens Laage und des Rostocker Volkstheaters tätig. „Ich bin Frau Priebe sehr dankbar, dass ich einen so geordneten, erfolgreichen Betrieb übernehmen darf“, sagt Knispel. Nun wolle er die Projekte der Chefin fortführen – wie den Bau der neuen Schüttgutanlage. Zum Schluss ihrer Amtszeit war Priebe gerade noch gelungen, wofür sie lange gekämpft hatte: die Fläche am Liegeplatz 27 zu kaufen und entsprechende Infrastrukturverträge abzuschließen.

Für die Zukunft ihres Hafens wünscht sie sich: „Den Umbau der alten Fischhallen zu wieder nutzbaren, modernen Gewerbeeinheiten und den Ausbau der Gleisanlangen, um den Hafen noch besser anzubinden.“ Vor allem am Knotenpunkt Bramow sorgen Staus noch für Verzögerungen im Güterverkehr, so Ex-Hafen-Chefin Daniele Priebe.

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erstellt am 02.Okt.2016 | 09:00 Uhr

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