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Norddeutsche Neueste Nachrichten

03. Dezember 2016 | 22:53 Uhr

Prozess : Detlef N.: „Ich wollte meine Frau nicht töten“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rostocker Ehemann legt ein schriftliches Geständnis ab. Polizisten hatten ihn niedergeschossen.

„Ich hatte nicht vor, meine Frau zu töten“, ließ gestern Detlef N. (52) seinen Verteidiger verlesen. In seiner schriftlichen Erklärung gestand er, am Nachmittag des 21. August 2015 in das Schlafzimmer seiner schlafenden Frau gegangen zu sein und sie mit einer Hand am Hals gewürgt zu haben. Mit der anderen Hand drückte er ihr das Kopfkissen auf das Gesicht. Nachdem sie ihn abgeschüttelt hatte, sei er etwa 15 Minuten später erneut an ihr Bett getreten, diesmal mit einem großen Küchenmesser in der Hand, das er gegen sie richtete. Seine Frau habe sich mit Händen und Beinen und der Bettdecke gewehrt. Dabei sei sie an der linken Hand verletzt worden. Er habe außerdem seine Tochter verletzt, die ihrer Mutter zur Hilfe gekommen war.

Cornelia N. (52), die Ehefrau des Angeklagten, sagte gestern als Zeugin aus. Sie habe die Anwesenheit ihres Ehemannes bereits nach Betreten des Hauses durch den massiven Alkoholgeruch bemerkt. Obwohl ihr Mann nach der Trennung eine eigene Wohnung hatte, hielt er sich am Wochenende in ihrem Haus in Biestow auf. Sie habe kein Recht auf Leben, habe er bei der ersten Attacke im Schlafzimmer zu ihr gesagt. Als er sie dann mit dem Messer bedrohte, habe sie um Hilfe geschrien.

Ihre gemeinsame Tochter habe ihn von hinten gepackt und von ihr weggerissen. Dann seien sie ins Nachbarhaus geflüchtet. Ihr Mann sei ihr mit dem Messer in der Hand gefolgt, habe sich mit Wucht gegen die Haustür geworfen, gegen die sie und ihre Nachbarin sich mit aller Kraft von innen stemmten. „Wenn er mich wirklich hätte töten wollen, wäre ich ohne Chance gewesen“, sagte Cornelia N. – der Angeklagte wiegt 120 Kilogramm und ist 1,98 Meter groß.

Aus vorherigen Urteilen geht hervor, dass Detlef N. kein unbeschriebenes Blatt ist. Mehrfach wurde er bereits wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Fahren ohne Fahrerlaubnis und im betrunkenen Zustand verurteilt. Er hat einen Hang zu übermäßigem Alkoholkonsum. Auch am Tattag lieferte er sich eine massive Auseinandersetzung mit der Polizei. Er ging mit zwei Messern auf die Beamten los und legte sie auch nach wiederholter Aufforderung nicht nieder. Die Polizisten schossen ihn an. Wegen der Knieverletzung musste Detlef N. auch gestern noch zwei Gehhilfen benutzen. Der Prozess wird am 2. März fortgesetzt.

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erstellt am 24.Feb.2016 | 21:00 Uhr

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