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Norddeutsche Neueste Nachrichten

08. Dezember 2016 | 01:13 Uhr

Boxen in Rostock : Der „Burschi“ bleibt bei uns

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tschetschene Ramsan Amkhadov ist das größte Rostocker Box-Talent. Es wird ihm zugetraut, dass er eines Tages bei Olympia starten wird.

Die namhaftesten Vertreter der Abteilung Boxen des PSV sind im Moment sicherlich Susann Köpke, Kampfrichterin des Weltverbandes AIBA, und Clemens Busse, der als damaliger Staffelkapitän keinen geringen Anteil am Meistertitel 2015 des BT Hanse Wismar in
der 2. Bundesliga hatte. Bald schon jedoch wird wohl Ramsan Amkhadov, ein 13-Jähriger, das größte Aushängeschild der Rostocker sein.

„Ich kann mich noch genau erinnern, wie er vor mir stand und im Ernst sagte: Ich möchte bei Olympischen Spielen boxen. Und ich traue ihm das zu. Er ist ein Riesentalent“, sagt Trainer Thomas Milster über den kleinen Tschetschenen, der in seinem jungen Leben schon einiges durchmachen musste, bevor er in Rostock endlich ein neues Zuhause fand.

Spätestens seit seinem zweiten Platz beim Turnier „Olympische Hoffnung des Nordens“ im Oktober 2015 in Wismar steht Ramsan im Notizbuch von Nachwuchs-Bundestrainer Oliver Vlcek, sollte eigentlich auch schon zu den Schüler-Europameisterschaften in Russland, aber noch hat er halt nicht die deutsche Staatsbürgerschaft.

Dass so ein Rohdiamant Begehrlichkeiten weckt, versteht sich. So auch beim Landesleistungszentrum Schwerin, das sich als Anlaufpunkt Nummer eins für die Elite des olympischen Boxens in Mecklenburg-Vorpommern versteht. „Die sind ja auch mal eine Macht gewesen, waren der beste Verein der ganzen Welt, und natürlich ecke ich damit an, wenn ich sage, wir können uns hier in Rostock, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, genauso gut um Ramsan kümmern.

Aber so ist es, auch wenn einige der Meinung sind, wir ,BSG-Trainer‘ hätten keine Ahnung. Wenn die Kinder zu uns kommen, können die gar nichts. Wenn sie nach Schwerin kommen, können die boxen. Und wir achten hier auch ganz genau auf ihre schulische Entwicklung. Gibt es in diesem Zusammenhang was zu klären, latsche ich persönlich zur Schule hin“, versichert Milster und stellt klar: „Der ,Burschi‘ bleibt bei uns. Wenn wir etwas sehen würden, wo er besser vorankommt als bei uns, hätten wir damit kein Problem. Wir sind ja auch in Vorbereitung einer Kooperation, um nicht nur für Ramsan die sportlichen Weichen zu stellen. Hinzu kommt, dass er ein lustiges Kerlchen ist, eine Bereicherung und nicht zuletzt ein Beispiel dafür, dass Integration funktionieren kann. Und er hat schon jetzt eine Vorbildrolle. Wir haben ja noch mehr gute Talente: Alex Stips, Paul Köpcke, Hannes Handschuk, Mathis Melde. Die gucken alle auf das, was ,Burschi‘ macht“, sagt der 54-Jährige über den dritten der vier Amkhadov-Brüder, die alle beim PSV boxen.

Neulich beim Kaderturnier in Bad Blankenburg war zwar auch Ramsan dabei, musste sich aufgrund einer Verletzung jedoch aufs leichte Sparring beschränken. Da sprang einer seiner Vereinskameraden quasi in die Bresche. „Der Alex hat den Vogel abgeschossen und für eine absolute Überraschung gesorgt“, erinnert sich Milster nur zu gern. „Der kam mit null Kämpfen dahin und hat einen mit 17 Kämpfen geschlagen. Im Finale gewann er knapp gegen unseren ,Mathi‘.“ Auf Ähnliches hoffen die Verantwortlichen des PSV bei den Landesmeisterschaften (5./6. März Vorrunde in Waren/Müritz bzw. bei der German Fight Company in Evershagen, 12. März Finale in der Ospa-Arena). „Sie bereiten sich alle wunderbar vor, sehr akribisch. Große Hoffnungen setzen wir auch da wieder auf Alex und ,Mathi‘. Und natürlich auf Ramsan, der bei den Kadetten im Papiergewicht bis 44 kg nicht nur Landes-, sondern im Mai in Lindow auch Deutscher Meister werden soll, nachdem er sich im Vorjahr umstritten mit Platz drei begnügen musste.“

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erstellt am 28.Feb.2016 | 09:00 Uhr

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