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Norddeutsche Neueste Nachrichten

30. April 2017 | 20:44 Uhr

Denkmalschützer entern heute die "Büchner"

vom

Brennpunkt Stadthafen: Heute beraten Vertreter des Landes- und des städtischen Amts für Denkmalpflege sowie des Fördervereins Traditionsschiff an Deck über die Zukunft der „Georg Büchner“. Der Verein als Betreiber hatte am Montag vergangener Woche die Streichung des Schiffes von der Denkmalliste der Stadt beantragt, um es auf einer Werft in Litauen verschrotten zu lassen.

„Wir sind immer noch beim ersten Schritt: der Prüfung, ob der Verein dieses Schiff als Denkmal wirklich nicht mehr weiterbetreiben kann“, sagt Thomas Werner, kommissarischer Leiter der Rostocker Denkmalpflege. Dafür sei die Kontrolle vor Ort sowie einer Vielzahl von Unterlagen erforderlich. Sollte das Ergebnis negativ ausfallen, müsse zunächst nach einem anderen Investor gesucht werden, der die „Büchner“ erhalten könne. „Da lassen wir uns zeitlich nicht unter Druck setzen“, so Werner.

Zuletzt hatten Belgier Interesse an dem ehemaligen Kolonialdampfer gezeigt, der nach 1950 zwischen dem Kongo und Antwerpen zum Einsatz kam. „Wir haben viele Anrufe von verschiedenen Stellen dort gehabt“, so Werner. Neben dem Verein Watererfgoed Vlaanderen aus Antwerpen hat sich auch der flämische Vizepremierminister Geert Bourgeois eingeschaltet, um eine Verschrottung zu verhindern. Ohne Genehmigung der Denkmalschützer gehe aber ohnehin erst mal nichts, nicht einmal die Verlegung des Schiffes an einen anderen Ort, sagt Werner.

Laut Egon Schliecker, der dem Förderverein Traditionsschiff 19 Jahre lang vorsaß, werden die Verschrottungspläne auch nicht von allen Vereinsmitgliedern unterstützt. Zumindest er und Peter Writschan, der im städtischen Denkmalpflegeamt arbeitet, hätten sich bei der Abstimmung Ende vergangenen Jahres dagegen ausgesprochen. Allerdings seien sie von den anderen neun Mitgliedern überstimmt worden, wobei vier von ihnen mit dem heutigen Vorsitzenden Klaus Janßen verwandt seien. Ein Verkauf sei allerdings Sache des Vereins: „Die Stadt kann gar nicht verhandeln“, sagt Schliecker. Dennoch will die Bürgerschaft sich am 30. Januar noch einmal mit dem Thema befassen. Sie hatte Ende vergangenen Jahres auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet, vor allem wegen der Sanierungs-Folgekosten in Millionenhöhe. Vor ihrer Sitzung will das Denkmalpflegeamt keine Entscheidung treffen.

Auf Antrag von Dr. Sybille Bachmann, Vorsitzende der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, soll die Verwaltung zudem im Vorfeld die Besitzverhältnisse klären. Das hat der Hauptausschuss gestern beschlossen. Außerdem soll die Verwaltung Verbindung zum belgischen Minister Bourgeois aufnehmen, um eine mögliche Nutzung des Schiffes abzuklären. Im Falle einer Aufhebung des Denkmalschutzes solle zudem sichergestellt werden, dass eine nach deutschen Gesetzen und Richtlinien umweltgerechte Entsorgung gewährleistet werde.

Sitzt der Käufer auf den Seychellen?

Wer ist der Käufer der „Georg Büchner“? Bislang ist er nicht in Erscheinung getreten, aber Informationen von Dr. Sybille Bachmann, Vorsitzende der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, zufolge soll der Käufer seinen Firmensitz auf den Seychellen gemeldet haben.

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erstellt am 22.Jan.2013 | 08:31 Uhr

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