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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 20:22 Uhr

Bargeshagen/Groß Schwaß : Demo: Bürger gegen Windräder

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Initiative aus Groß Schwaß nutzt Sellering-Besuch heute in Bargeshagen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen

Wenn Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) heute Nachmittag zu seiner Bürgersprechstunde nach Bargeshagen kommt, werden auch die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Windenergieanlagen in Groß Schwaß vor Ort sein, um ihren Unmut in einem Schweigeprotest kund zu tun. „Wir wollen auf unsere Situation aufmerksam machen“, sagt Mario Schacht, Sprecher der Initiative. Die Interessengemeinschaft will die Errichtung von zwei Windenergieanlagen auf dem Acker zwischen Groß Schwaß, Klein Schwaß und Vorweden-Mönkweden verhindern, die das Planungsbüro M&M Erneuerbare Energien GbR errichten möchte. Dafür haben sie eine Demonstration angemeldet, die heute von 17 bis 19 Uhr vor der Kulturscheune Bargeshagen, Hauptstraße 55, stattfindet.

„Wir glauben, dass hier unter dem Feigenblatt der Forschung versucht wird, die Anlagen zu errichten“, so Schacht. Denn das Gebiet, auf das die Anlagen hinkommen sollen, ist nicht als Windeignungsgebiet ausgewiesen, sondern Landschaftsschutzgebiet. „Und außerhalb von diesen Flächen ist die Errichtung von solchen Anlagen nur möglich, wenn ein Forschungsvorhaben vorliegt“, weiß der Sprecher der Initiative. Und genau das bezweifeln die Mitglieder.

Auf der Einwohnerversammlung Anfang September in Kritzmow hatten die Gesellschafter Matthias Heinicke und Martin Weiße erklärt, dass mit den beiden Anlagen die Frage geklärt werden soll, wie überschüssig produzierter Strom alternativ genutzt werden kann, zum Beispiel als Wärme. „Aber von den sechs Megawatt, die die Windräder produzieren können, werden wohl nur 300 Kilowatt in Wärme umgewandelt. Warum braucht man also zwei Anlagen?“, wirft Schacht die Frage auf. „Wir sind nicht gegen Windkraft oder Forschung, aber wir haben den Eindruck, dass hier alles außer Kraft gesetzt wird und Recht gebeugt wird“, fügt der Sprecher an. Denn mit dem vorgesehenen Standort der beiden etwa 190 Meter hohen Windräder würde zudem der vorgegebene Mindestabstand von 800 Metern zu Vorweden-Mönkweden unterschritten werden.

Ein weiterer Aspekt, der laut Initiative gegen das Projekt spricht, sei der Naturschutz. „In der Region sind acht Fledermausarten nachgewiesen und der unter Naturschutz stehende Rotmilan hat hier sein Brut- und Jagdgebiet“, erklärt Schacht. „Deshalb formieren wir jetzt den Protest, um das Vorhaben zu verhindern. Zumal hier etwas über den Willen der gewählten Volksvertreter beim zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM) durchgesetzt werden soll“, sagt das Mitglied der Bürgerinitiative. Denn Einfluss auf die Entscheidung des Stalu MM haben die betroffenen Gemeinden Kritzmow und Lambrechtshagen nicht, sie konnten lediglich eine Stellungnahme zu diesem Projekt abgeben. „Wir hoffen, dass Herr Sellering unsere Sorgen, Ängste und Nöte wahrnimmt. Denn es kann nicht sein, dass die Anlage gegen den Bürgerwillen gebaut wird“, so Schacht.

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