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Norddeutsche Neueste Nachrichten

28. Juni 2016 | 18:49 Uhr

Firmenansiedlung : Decathlon weiter im Wartestand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Unternehmen verhandelt in Schwerin, bekennt sich aber zugleich zu Rostock. Ministerium fordert Unterlagen für Prüfverfahren an

Sticht Schwerin Rostock im Werben um Decathlon aus? – Die französische Sportartikelkette bestätigt Verhandlungen in der Landeshauptstadt, die kurz vor dem Abschluss stehen sollen. „Die Ansiedlung in Rostock ist davon jedoch unabhängig“, erklärt das Unternehmen. „Rostock ist ein eigenständiger Markt mit nur sehr wenigen Überschneidungen zum Schweriner Einzugsgebiet.“ Das reiche etwa 50 Kilometer und mehr ins Umland der Landeshauptstadt.

In der Hansestadt stockt die Ansiedlung seit Jahren. Das Problem: Der Standort Schutow, wo das Unternehmen bereits 2009 ein Grundstück gekauft hatte, könnte Kunden und damit Kaufkraft aus der Innenstadt abziehen. Sie genießt besonderen Schutz. „Das Sortiment von Decathlon gehört eigentlich in zentrale Lagen“, sagt Steffen Wehner vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung. Um nachzuweisen, dass eine Ansiedlung am Stadtrand für die City unschädlich ist und nicht gegen die Ziele der Raumordnung und Landesplanung verstößt, ist ein so genanntes Zielabweichungsverfahren nötig. Doch darauf warten Decathlon und die City-Händler noch immer – obwohl die Hansestadt es bereits im vergangenen August beim Ministerium beantragt hatte. Schuld habe die Stadtverwaltung, so Wehner. „Prüffähige Unterlagen lagen dem Zielabweichungsantrag nicht bei“, sagt er. Daher fehle die Grundlage für die Eröffnung des Raumordnungsverfahrens.

Die geforderten Unterlagen werden laut Rathaus derzeit erarbeitet. Sie umfassen mehrere Punkte, darunter beispielsweise eine ausführliche Beschreibung des Decathlon-Konzepts, Aussagen zur Nutzung der Außenflächen in Schutow oder zur Abgrenzung zum bestehenden Sportartikelangebot in der Stadt. Zudem müssen die Rostocker nachweisen, dass es keine alternativen Standorte in der City gibt. Darüber hinaus sind Aussagen zum erwarteten Umsatz, zu den Kaufkraftströmen sowie deren Auswirkungen auf die bestehenden Sportfachmärkte gefordert. Wann das Prüfverfahren abgeschlossen sein wird, ist noch unklar.

Dennoch zeigt sich Decathlon zuversichtlich: „Wir sind davon überzeugt, dass wir unsere Unschädlichkeit für die Innenstadt nachweisen können und unsere Ansiedlung ein Mehrwert für Rostock ist.“ Geplant ist in einem ersten Schritt eine Filiale mit 4200 Quadratmetern Verkaufsfläche. Allerdings wird eine spätere Erweiterung angestrebt.

Welche konkreten Artikel vor Ort angeboten werden, steht aktuell noch nicht fest. „Unser Sortiment umfasst insgesamt 35 000 Produkte für 70 Sportarten – dieses wird je nach Verkaufsflächen und regionalem Schwerpunkt individuell angepasst“, so das Unternehmen.

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erstellt am 17.Feb.2016 | 05:00 Uhr

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