zur Navigation springen

Norddeutsche Neueste Nachrichten

29. Juni 2016 | 23:42 Uhr

Vermögen : Das ist Rostock wirklich wert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Eröffnungsbilanz gibt einen Überblick über das gesamte Vermögen der Hansestadt – und über die Schulden

Um den Verschleiß ihrer Straßen, Brücken oder auch Maschinen auszugleichen, müsste die Hansestadt jedes Jahr 40 bis 50 Millionen Euro investieren. Das geht aus der Eröffnungsbilanz hervor, die das gesamte Vermögen Rostocks für den Stichtag 1. Januar 2012 auflistet. Sie wurde im Zuge der Umstellung auf die doppelte Haushaltsführung (Doppik) gebildet und jetzt – neun Jahre nach Rechnungsbeginn – endgültig von der Bürgerschaft bestätigt. Gestern stellte Torsten Wiese aus dem Finanzverwaltungsamt die Bilanz im Rathaus vor.

„Genau deswegen wurde die Doppik eingeführt: Um zu zeigen, was Rostock sich leisten kann mit den Folgekosten, die eine Investition herbeiführt“, sagt Wiese. Im alten System der Kameralistik wurden nur die direkten Investitionskosten abgebildet, beispielsweise für den Bau einer Straße. Ihre Instandhaltung fand nur bedingt Berücksichtigung. Dabei „können die Auswirkungen gravierend sein“, so Wiese. In die Eröffnungsbilanz sind alle aktuellen Vermögenswerte der Stadt eingeflossen. Nicht mit den Kosten der Neuanschaffung, sondern den tatsächlichem Wert am Stichtag.

Demnach ist die Hansestadt Rostock zwei Milliarden Euro schwer. Erfasst wird alles – von Friedhöfen über Löschfahrzeuge der Feuerwehr, Sportgeräte der Schulen, Softwarelizenzen für die Mitarbeiter bis hin zu den 20 127 Ampeln und 24 891 Straßenbäumen. Nur zum Teil berücksichtigt wurden die Vermögen der städtischen Tochtergesellschaften wie der Wiro oder der Stadtwerke. Daran arbeiten die Finanzexperten gerade. Mit diesen Vermögen steigt die vorläufige Gesamtbilanzsumme der Hansestadt zum Stichtag 31. Dezember 2013 auf rund 4,7 Milliarden Euro.

Zur Orientierung: Die Feuerwache Erich-Schlesinger-Straße wird mit 3,2 Millionen Euro geführt, die Hauptbibliothek mit 223 000 Euro und der Kurpark Warnemünde mit 2,4 Millionen Euro. Die Fahrbahn Lange Straße ist 1,3 Millionen wert, die Vorpommernbrücke 6,3 Millionen, der Strand 684 000 Euro und die 620 Hektar Gartenanlagen 71,9 Millionen Euro.

Aufgeführt werden aber auch die Verbindlichkeiten der Stadt – fast 357 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt damit umgerechnet bei 1562 Euro. Das sind laut Bertelsmann Stiftung aber noch immer 147 Euro weniger als im deutschen Durchschnitt.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen