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Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. Mai 2016 | 06:41 Uhr

Heimatmuseum Warnemünde : „Das ist eine tolle Bereicherung“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Enkel des Kapitäns Ernst Weitendorf spendet die Mütze seines Großvaters für Sonderausstellung im Heimatmuseum

Ein neues Highlight ist ab sofort in der aktuellen Sonderausstellung „Über sieben Meere – Warnemünder Kapitäne im 19. Jahrhundert“ im Heimatmuseum des Ostseebads zu sehen. Dabei handelt es sich um die Kapitänsmütze des Rostocker Segelschiffkapitäns Ernst Weitendorf, der mit 14 Jahren 1897 nach Hamburg ging und traditionsreiche Schiffe wie den Fünfmaster „Carl Vinnen“ über die Ozeane führte.

Sein Enkel, der ebenfalls Ernst Weitendorf heißt und in Bremen lebt, vertraute die über Jahrzehnte sorgsam aufbewahrte Kapitänsmütze seines Großvaters Museumsleiterin Dr. Kathrin Möller an. „Das ist eine tolle Bereicherung für unsere Sonderausstellung“, sagt sie. Zumal Kapitän Weitendorf in Warnemünde die auf der Warnow-Werft gebaute Schonerbrigg „Wilhelm Pieck“ im Jahr 1951 noch im hohen Alter übernommen habe. „Aus dieser Zeit haben wir hier im Museum interessante Fotos, die wir dem Hinstorff Verlag zur Verfügung gestellt haben“, so Möller. Dort ist gerade die dritte Auflage des Buches „Aus dem Logbuch meines Lebens“ von Ernst Weitendorf erschienen.

„Ein spannendes Buch voller Abenteuer, das mich total fasziniert hat“, sagt Lektor Henry Gidom, für den nach dem Lesen sofort feststand: Es muss eine dritte Auflage geben. Und zwar erweitert um bislang unveröffentlichte Passagen aus dem Originalmanuskript, um Bilder und Dokumente aus dem Ernst-Weitendorf-Nachlass und Archivmaterial. Er suchte und fand in Bremen den Enkel, der von der Idee begeistert war. „Auch wenn ich selbst nicht auf Handelsschiffen zur See gefahren bin, mit unserem Segelboot sind meine Frau Ulla und ich auf der Ost- und Nordsee gern unterwegs. Vielleicht können wir demnächst ja mal in Warnemünde oder Rostock, wo ich als Kind gern zu Besuch war, festmachen“, sagt der 70-jährige Herausgeber, der in Zusammenarbeit mit Lektor Gidom das Originalmanuskript überarbeitet hat. Familienforschung, so Ernst Weitendorf, interessiert ihn sehr. Deshalb freute sich der Beamte im Ruhestand, als er gestern im Heimatmuseum seinen Großcousin Udo Weitendorf kennenlernte.

Wie der Rostocker sagte, interessiert auch er sich für Familiengeschichten. Er ist gespannt auf die dritte, umfassendere Auflage des Logbuchs seines bekannten Onkels, das in die abenteuerliche Zeit der Segelschifffahrt entführt und den Leser dabei sein lässt. Beispielsweise auf der Fahrt von Montevideo zum Kap Hoorn, wo es galt, ein Segelschiff gegen den Wintersturm um dieses Kap herumzubringen – „die härteste Seemannsarbeit, die es gibt“, heißt es in den Erinnerungen.

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erstellt am 25.Feb.2016 | 21:00 Uhr

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