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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 01:00 Uhr

24-Stunden-Kita in Rostock : Das Angebot läuft schleppend an

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Polizeichef setzt auf das Konzept. Innenminister unterstützt Konzept. GGP-Leiter sieht Land in Pflicht.

Bisher wird nur ein Mädchen in der Rostocker 24-Stunden-Kita betreut. Ihre Mutter arbeitet in einem Fährbetrieb – im Schichtsystem – wie aber auch Tausende andere Rostocker. Das Angebot läuft dennoch schleppend an. „Das wird sich entwickeln, es wächst mit dem Vertrauen“, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Michael Ebert. Auf Anregung des Personalrates der Polizei im Jahr 2011 war die 24-Stunden-Kita auf den Weg gekommen, eröffnete im August dieses Jahres mit 12 theoretischen Plätzen neben 208 im regulären Kita-Betrieb. In Schwerin, Stralsund und Greifswald funktioniere das Konzept, sagt Ebert. Rostock werde nachziehen.

Mit Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat die Kita einen unerwarteten Fürsprecher. „Wenn man mir vor fünf Jahren gesagt hätte, dass Caffier sich für eine 24-Stunden-Kita mit einsetzt, hätte ich gesagt, die haben eine Meise“, meint der Minister selbst. Doch die Zeit und ihre Anforderungen hätten sich verändert. „Für viele junge Familien ist es schwierig, ein Gehalt reicht oft nicht“, erklärt der Geschäftsführer des Kita-Betreibers, der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP), Torsten Benz. Kinderbetreuung wird immer wichtiger – und das nicht nur von 8 bis 15 Uhr von Montag bis Freitag. Die neue Kita hat rund um die Uhr geöffnet – bei Bedarf. Es wurden dafür extra neue Kräfte eingestellt, die genau in dem System arbeiten wollen, berichtet die Bereichsleiterin der GGP für Kindertagesstätten und Hort, Ines Rosenfeld. Vier Kinder seien schon für den 24-Stunden-Betrieb ab nächstem Jahr vorgemerkt. Sie ist optimistisch, dass mehr folgen. Wenn es so weit ist und die Plätze, die noch anwachsen sollen, eng würden, werden Mitarbeiter der öffentlichen Daseinsfürsorge – Polizei, Feuerwehr – bevorzugt, sagt Benz. „Wenn man Kinder will“ – da waren sich Caffier und Benz einig – „muss man auch die Infrastruktur dafür schaffen“. Der Geschäftsführer der GGP wünscht sich dafür ein stärkeres Engagement des Staates – und vom Land mehr Förderung der Kita-Plätze, damit mehr Lohn für Erzieher gezahlt werden kann, um Fachkräfte zu halten – ohne die Eltern weiter zu belasten.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 20:45 Uhr

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