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Norddeutsche Neueste Nachrichten

08. Dezember 2016 | 01:12 Uhr

Societät in Rostock : CDU blockiert Museum in Rostock

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Koalitionspartner uneinig über Standort für Archäologiesammlung

Der Koalitionsvertrag steht – doch aus Rostocker Sicht fehlt ein entscheidendes Detail: So enthält das 77-seitige Papier keinen Satz zum geplanten Archäologischen Landesmuseum, das laut Studie der Fachfirma Museoconsult am besten in der Hansestadt aufgehoben wäre – im ehemaligen Schifffahrtsmuseum.

Dabei hatte Mathias Brodkorb als Kultusminister bei der Präsentation des Gutachtens erklärt, dass er fest davon ausgeht, „dass die Standortwahl Teil des nächsten Koalitionsvertrages im Herbst sein wird“. Jetzt ist Brodkorb Chef der SPD-Landtagsfraktion und davon keine Rede mehr. „Der Koalitionspartner hat sich Bedenkzeit erbeten“, kommentiert er die aktuellen Entwicklungen, erklärt aber auch: „An meiner grundsätzlichen Haltung, dass wir schnellstmöglich eine Entscheidung brauchen und Rostock der geeignetste Standort ist, hat sich jedenfalls nichts geändert.“

Zweifel an der Eignung der Hansestadt gibt es scheinbar auf Seiten der CDU. „Das Museum steht deshalb nicht im Vertrag, weil wir uns auf die Standortfrage letztlich nicht einigen konnten und diesbezüglich weiter im Gespräch sind“, sagt Fraktionssprecher Oliver Kaiser.

Groß ist die Enttäuschung bei Carsten Schmoldt. „Wenn es tatsächlich daran scheitert, dann finde ich es schon höchst bedenklich, dass sich Entscheidungsträger so dem Lokalpatriotismus verschreiben“, sagt der Sprecher der Initiative Pro Archäologisches Landesmuseum (IPAL). Die aktuelle Diskussion in Schwerin lasse ihn „daran zweifeln, dass man sich einigen will“. Dabei brauche das Land dieses Museum. „Die SPD gewinnt die Wahl, wirbt mit dem Museum und setzt sich dann nicht durch? Das ärgert mich“, so Schmoldt. „Gute Argumente müssen auch mal akzeptiert werden und alles spricht für Rostock. Das darf auch eine CDU sich nicht erlauben, für Neustrelitz zu stimmen, weil dort ihr Vorsitzender herkommt“, sagt er.

Dem stimmt auch Prof. Hans-Jörg Karlsen zu. „Ich hoffe nicht, dass jetzt wieder eine Grundsatzdebatte losgeht“, sagt der künftige wissenschaftliche Leiter des Museums. Er arbeite bereits mit einem Expertenteam an der inhaltlichen Ausrichtung. „Und dafür brauchen wir Standortsicherheit, denn das Konzept ist eng damit verwoben“, so Karlsen. Er plane einen Schwerpunkt auf dem Thema Ostsee – und das sei an einem Standort im Binnenland schlicht nicht möglich.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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