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Norddeutsche Neueste Nachrichten

02. Dezember 2016 | 19:09 Uhr

HC Empor : Analyse, dann Konsequenzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wird Sven Thormann interimsmäßig bald mehr sein als ein „Offizieller D“?

Siebenmal in Folge haben die Handballer des HC Empor verloren. Noch ist die Rettung in Sichtweite – doch fürs Erste nehmen die Rostocker nach erst zwei Siegen den 20. und damit letzten Platz in der 2. Bundesliga ein.

Klare Ansage von Vereins-Chef Jens Gienapp nach dem 28:33 am Sonntag gegen die HSG Konstanz (in der 55. Minute stand es sogar noch 21:30): „Wir können es nicht so laufen lassen, müssen etwas verändern.“

Nun war nichts anderes zu erwarten, als dass der HCE einzig und allein gegen den Abstieg würde kämpfen müssen. Ebensowenig kann es verwundern, dass angesichts der Negativsträhne die Personalie Robert Teichert immer mehr in den Blickpunkt rückt; das berichteten NNN bereits vorigen Donnerstag.

Bleibt der Trainer im Amt oder nicht, rückt er womöglich ins zweite Glied zurück? Sven Thormann, Geschäftsführer der Empor Handball GmbH: „Wir sind dabei, in ganz sachlichen und konstruktiven Gesprächen die Situation zu analysieren, und ziehen dann die Konsequenzen aus der Analyse. Wir werden aber keine vorschnellen Entscheidungen treffen.“

Dass etwas geschehen muss, darüber sind sich alle einig. Aber was?

Vieles ist denkbar, Namen kursieren. So auch der von Lars Rabenhorst: Der heute 42-Jährige war als Spieler ein Großer des HC Empor, zudem von März 2008 bis Saisonende 2009/10 schon einmal Chefcoach des Zweitligisten. Gegenwärtig ist er für Ostsee-Spree-Oberligist Bad Doberaner SV zuständig. „Mit Lars habe ich mich in den letzten Wochen 100-prozentig nicht getroffen“, dementiert Sven Thormann entsprechende Gerüchte.

Und wie sieht es damit aus, dass sein persönliches Eingreifen auf der Bank demnächst über das eines „Offiziellen D“ hinausgehen könnte? „Ich habe eine Trainerlizenz, aber nicht die für die HBL erforderliche. Und selbst wenn, dann zumindest nicht als Dauerlösung, maximal interimsmäßig“, schließt Thormann diese Variante zumindest nicht aus. Dass er jetzt auch mit auf der Bank sitzt, „das wurde ja vorher mit unserem alten Jugendkoordinator Rosario Cassara auch so gehandhabt. Das ist in Absprache mit dem Trainer erfolgt, war auf Grund meiner Erfahrungen als Spieler von ihm so gewollt. Vier Augen sehen mehr als zwei.“

Sollte man im HCE überein kommen, dass eine Veränderung personeller Natur nottut, wäre auch eine andere vereinsinterne Lösung vorstellbar: Teichert übernimmt wieder die „Zweite“, die er ja schon vergangene Saison unter sich hatte und zum Landesmeistertitel führte, dafür wird der jetzige Empor-II-Coach Lothar Goldschmidt Cheftrainer, der er 1998/99 schon einmal war?! Der 50-Jährige ist nach elf Jahren Tätigkeit als MV-Landestrainer gerade erst als Jugendkoordinator zum HCE gewechselt… „Wir hoffen auf eine gewisse Konstanz auf diesem Posten“, will Sven Thormann solchen Gedankengängen nicht folgen und bekräftigt: „Lothar Goldschmidt ist für uns aktuell keine Option.“ Was jener bestätigt: „Auf meiner Prioritätenliste steht der Nachwuchs ganz oben. Ich habe mich um mehrere Mannschaften zu kümmern, wenn ich da rausgezogen wäre, würde alles zusammenbrechen. Also, ich kann das nur verneinen.“

Ohnehin stellt sich ja die Frage, ob es nicht in erster Linie etwas mit der Güte des Kaders zu tun hat, dass die Rostocker Letzter sind. Frage an den Geschäftsführer: Würde notfalls der Abstieg in die 3. Liga in Kauf genommen werden, weil die Situation gerade auch wirtschaftlich nun mal so ist, wie sie ist, und deshalb die Qualität der Mannschaft auf Grund fehlender finanzieller Mittel nicht besser gestaltet werden konnte? Sven Thormann: „Es ist in unser aller Sinne, daran zu arbeiten, unsere wirtschaftliche Situation so zu verbessern, dass wir auch im nächsten Jahr in der 2. Liga spielen können. Wir hoffen, dass vielleicht in der Winterpause noch mal Nachbesserungen bei den Spielern möglich sind.“

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erstellt am 15.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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