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Norddeutsche Neueste Nachrichten

28. August 2016 | 04:18 Uhr

Zukunftspläne : Aida als Olympia-Dorf?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Noch ist nichts entschieden. Aber schon jetzt schmieden die Warnemünder Pläne für die Gestaltung der Olympischen Spiele

Ein Aida-Schiff als olympisches Dorf in Warnemünde? Diese kühne Idee ist auf der Ortsbeiratssitzung auf den Tisch gekommen. Sie stammt von Dr. Werner Fischer, Vorsitzender des Ausschusses für Strukturentwicklung. „Wir könnten uns ein solches Dorf auf einem Aida-Schiff denken“, sagt er. Eine Anfrage bei Aida ergab: Bei den Olympischen Spielen in Athen ist schon einmal ein Kreuzfahrtschiff der Rostocker Reederei zum Einsatz gekommen – als „Deutsches Schiff Athen“ . Allerdings: „Für Warnemünde sind uns keine konkreten Pläne bekannt“, sagt Aida-Sprecher Hansjörg Kunze.

Die Wohnungsgesellschaft Wiro als Eigentümerin der Mittelmole hat von dem Vorschlag erfahren, kennt aber auch die Skepsis vom Olympischen Komitee. „Der Vorschlag eines Schiffes als olympisches Dorf wurde früher bereits diskutiert“, sagt Wiro-Geschäftsführer Ralf Zimlich. „Das ist unseres Wissens durch Vorgaben des Olympischen Komitees von vornherein ausgeschlossen.“

Uwe Jahnke vom Warnemünder Segelclub und Mitglied im Strukturausschuss war bei der Bewerbung im Jahr 2001 und 2002 beteiligt. „Die Idee eines Schiffes kam beim IOC nicht so gut an, nachdenken sollte man trotzdem darüber“, so der Segler. Grundsätzlich müsse ohnehin die Entscheidung abgewartet werden, welche Stadt den Zuschlag bekommt und welche als Segelrevier ausgewählt wird. Jahnke weiß von früher: „Wenn es den Zuschlag gibt, dann wird es hektisch, dann gibt es jede Menge Aufgaben und Probleme zu lösen.“ Vorher muss die Frage geklärt wird, ob die Warnemünder und Rostocker Olympia überhaupt wollen. Matthias Ehlers vom Umweltausschuss des Beirats plädierte für eine Bürgerbefragung: „Wenn die Stadt für Olympia Geld hat, sollte sie auch eine Bürgerumfrage zahlen können.“

Zurück zum olympischen Dorf: Da es sehr hohen Sicherheitsstandards entsprechen muss, gibt es für etwa 700 Spitzensportler, ihre Trainer und Betreuer eine Zone, die von niemand anderem betreten werden darf. Aus Sportlersicht wäre die Mittelmole ideal, aber es gibt Befürchtungen, dass das Vorhaben mit den laufenden Bauplanungen kollidieren könnte. „Aus unserer Sicht wäre das der geeignete Standort“, sagt Zimlich. „Dichter dran am Geschehen geht es nicht. Die spätere Nutzung als Wohngebiet würde dazu passen.“ Er ergänzt: „Wenn die Rostocker zustimmen und die Stadt die Planungen in Angriff nimmt, sollte von Anfang an auf Nachhaltigkeit gesetzt werden. Es sollte ein lebenswertes und energieeffizientes Wohnviertel entstehen. Die ersten Bewohner wären die Olympioniken, anschließend könnten Mieter einziehen.“

Unabhängig vom Zuschlag für Warnemünde als Segelrevier und die Zustimmung der Hansestadt und ihrer Bewohner: „Meine Haltung zu Olympia ist positiv“, sagt Beiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU). „Bei der Infrastruktur hat es in allen Städten, in denen so etwas ausgerichtet wurde, eine wahnsinnige Entwicklung gegeben.“

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erstellt am 08.Jan.2015 | 12:00 Uhr

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