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Norddeutsche Neueste Nachrichten

04. Dezember 2016 | 23:17 Uhr

Delegation in Rostock : Abfall: Rostock als globaler Berater

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Internationale Delegation informiert sich in der Stadt zu Müllentsorgung und -verwertung. Projekt der Plattform Connective Cities.

Was in Rostock selbstverständlich ist – der Umgang mit Müll, Recycling, Energiegewinnung aus Abfall – ist in Entwicklungs- und Schwellenländern noch völlig abstrakt. Bei einer Dialogveranstaltung mit internationalen Gästen aus La Marsa (Tunesien), Alexandria (Ägypten), Sarafand (Libanon), Albanien oder auch Simbabwe hat die Hansestadt ihren Beitrag geleistet, das mitzuverändern.

„Es waren spannende drei Tage“, sagt Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Er hatte die Hansestadt bei der ausrichtenden internationalen Städte-Plattform für nachhaltige Entwicklung Connective Cities angemeldet. Höhepunkt war gestern eine Tour „zu vier Punkten, an denen die Rostocker Abfallwirtschaft und der Reinigungsdienst gut aufgestellt sind“, sagte Matthäus – zur Stadtentsorgung Rostock (SR), zum Recyclinghof Dierkow, zur Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft (VEG) und zum Strand.

„Wie viele Fahrzeuge haben Sie?“, wandte sich Lotfi Bousbih, Direktor für Stadtsauberkeit in Bizerte, ungläubig an SR-Sprecher Steffen Böhme, „ich habe gerade mal drei“. 45 Müllfahrzeuge hat die SR für 206 000 Einwohner, Bizerte hat 3 für 160 000.

„Mich interessiert vor allem die Mülltrennung, Recycling ist noch neu bei uns“, sagt Mohammed Sajid, leitender Kontrolleur für Abfallmanagement in Benslimane (Marokko). Die Nutzung von Wertstoffen sei Ziel der nationalen Strategie, die in Benslimane kommunal umgesetzt werden soll. Neben Matthäus referierten zu diesen und anderen Aspekten der Abfallwirtschaft und ihren Herausforderungen Henning Möbius, der Geschäftsführer der SR und Dr. Abdallah Nassour von der Rostocker Uni. Es fanden sich Arbeitsgruppen zusammen, deutsche Städtevertreter zum Beispiel aus Wien berichteten und Partnerschaften bildeten sich. „Das Ziel ist, dass die Teilnehmer konkrete Ideen mit nach Hause nehmen, die sie auch umsetzen“, sagt Projektleiter Alexander Wagner, der den Austausch für Connective Cities organisierte. Und es gebe reale Ergebnisse: Bizerte will eine Kompostanlage, Tunesien Bauabfälle recyclen. „Alexandria will sich dem Thema Elektroschrott widmen.“ In Italien sollen Jugendliche zum Upcycling motiviert werden und das Thema Kompost soll in Albanien aufgenommen werden.

Mit einer Kollegin begleitete Ronald Lange von der Abfallwirtschaft des Rostocker Umweltamts die Veranstaltung. „Es war auch für uns sehr interessant, zu sehen, wo die Teilnehmer stehen“, sagt Lange. Das Projekt wolle eben auch das, erklärte Wagner, den Austausch – deutschlandweit, europäisch und international.

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erstellt am 29.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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