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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 22:20 Uhr

Rostock : 3D-Figuren als Foto der Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansestädter können sich in neuem Laden Miniatur-Klone aus dem Drucker anfertigen lassen. Brautpaare sind Haupt-Zielgruppe

Hochzeit, Schwangerschaft, das neue Haustier – vieles, was im eigenen Leben wichtig ist, wird auf Fotos dokumentiert. Tino Weidt geht noch einen Schritt weiter und bietet den Rostockern in seinem neuen Laden in der Langen Straße jetzt „das Foto der Zukunft“, wie er es nennt: täuschend echte 3D-Figuren, quasi die Miniatur von einem selbst.

Angefangen hat die Geschichte des Jungunternehmers, der in der Hansestadt geboren wurde, aber in Berlin. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Toni und Viet Hoang gründete er 2014 in der Bundeshauptstadt die erste 3D Your Body-Filiale. „Zu Beginn hatten wir drei Wettbewerber und alle saßen in Berlin. Anfang dieses Jahres gab es bundesweit bereits 37 Geschäfte mit diesem Service“, nennt Weidt Zahlen dieses wachsenden Marktes.

Ihre Gründergeschichte begann für das Trio im Betriebswirtschaftslehre-Studium. „Wir sollten einen Businessplan als Abschlussarbeit erstellen“, blickt Weidt zurück. Als sie einen Fernsehbericht über einen Trend aus Japan sahen, bei dem es um 3D-Drucke als Schlüsselanhänger ging, erkannten sie das Potenzial der Idee und die Grundlage ihrer späteren Selbstständigkeit.

Alles, was es dazu braucht, sind Computer, eine Scanner-Kabine und den eigentlichen 3D-Drucker. Kunden, die sich gerne in Miniatur klonen lassen wollen, müssen gar nicht viel tun, sondern sich nur auf das Podest der Scannerkabine stellen – eine Art überdimensionale Umkleide. „Der Scanner eignet sich für Personen mit einer Größe bis zu 2,10 Metern. Und es können mehrere Menschen gleichzeitig drinstehen – so kann die Mama zum Beispiel beim Scan dabei sein, damit das Kind sich wohlfühlt“, sagt Weidt.

Dann geht alles ganz schnell: Innerhalb von ein paar Sekunden erfassen gesundheitsunbedenkliche Laserscanner, die in den Kabinen-Ecken mechanisch einmal von oben nach unten fahren, den ganzen Körper – egal ob Mensch oder Tier. Am Computerbildschirm können sich die Laien-Models dann ihre dreidimensionale Ansicht anschauen und – wenn nötig – noch einmal posieren, bis sie zufrieden sind. Hergestellt werden die Figuren – die zwischen 7 und 35 Zentimeter groß sind und zwischen 99 und 599 Euro kosten – dann zentral in Berlin. Dort, am Hauptsitz der Firma, steht der 3D-Drucker, ein amerikanisches Modell, und erstellt Schicht für Schicht die Figuren aus einem Gips-Kunststoff-Gemisch. „Weil sich die Dauer durch die Höhe definiert, drucken wir im Liegen und so bis zu 40 Figuren gleichzeitig“, erklärt Weidt. Etwa zwei Wochen müssten Kunden derzeit auf ihre Klone warten, die standardmäßig innen hohl sind, aber auf Wunsch auch massiv gefertigt werden.

„Etwa die Hälfte unserer Kunden sind Brautpaare“, so Weidt. Damit die sich vor der Hochzeit nicht in Brautkleid und Anzug sehen, aber dennoch an ihrem schönsten Tag eine Figur zum Beispiel als Krönung auf der Torte haben, bieten die Geschäftsinhaber einzelne Scantermine an. „Am Computer fügen wir das Paar dann zusammen“, erklärt Weidt. Auch für Schwangere seien die 3D-Figuren mittlerweile eine beliebte Alternative zum Gipsabdruck des Bauches. „Und unsere Figuren passen viel besser ins Regal – denn die beliebteste Größe ist der Maßstab eins zu zehn“, sagt der Firmeninhaber.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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