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Der Prignitzer

29. März 2017 | 13:10 Uhr

Treffen der Jäger in Bernheide : „Wir leben in und mit der Natur“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jagdverband Perleberg setzt weiter auf gute Miteinander mit Landwirtschaft und Biosphäre / Umstrittenes Wolfs- sowie Gänsemanagement

„Landwirtschaft, Jagd, Biosphäre – wir leben in und mit der Natur und brauchen, wie in den vergangenen Jahren, weiter die gute Zusammenarbeit“, betonte Marco Radloff, der 1. Vorsitzende des Jagdverbandes Perleberg e. V., am Sonnabend auf der Jahresdelegiertenversammlung in Bernheide. Man wolle in der Öffentlichkeit als naturschützende Jäger wahrgenommen werden. „Wir müssen einfach miteinander reden. Wir haben die gleichen Probleme: Wolf, Biber, Nutria, Kolkraben und Co.“, bemerkte auch die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz, Christina Stettin.

Im Jagdverband Perleberg sind derzeit 443 Mitglieder in zwölf Jägerschaften organisiert, von denen am Sonnabend zahlreiche geehrt wurden. Das Durchschnittsalter im Perleberger Verband beträgt 57 Jahre. „Zwar sind die Mitgliederzahlen seit 2012 in etwa stabil, aber wenn man das Durchschnittsalter betrachtet, haben wir schon ein Nachwuchsproblem“, sagte Schatzmeister Thomas Maetze, der mitteilte, dass der seit Jahren geltende Beitrag von zwölf Euro im Jahr nicht erhöht wird.

Uwe Roese, im erweiterten Vorstand und Beauftragter für den Naturschutz, berichtete über das geplante, umstrittene Gänsemanagement, in dem empfohlen wird, in der Elbtalaue und im Deichvorland die Gänsejagd gänzlich zu verbieten. Jagd sei Kulturgut, der Bestand an Gänsen sei stabil, sogar steigend, so Roese. Etwa 800 Gänse schossen die Jäger 2016 im Bereich Lenzen, Lanz, Elbtal und Abbendorf, wo das Gänsemanagement greifen würde. „Als Jäger sollten wir für alle Tiere Verantwortung übernehmen. Der Pflege- und Entwicklungsplan ist ein Leitbild im Biosphärenreservat und hat keine gesetzgebende Wirkung“, so Torsten Hennig von der Biosphäre. Er appellierte an alle, dabei auf bleifreie Munition zu setzen.

Uwe Roese legte die gesamte Bilanz der Abschüsse der Perleberger Waidmänner vor. Beim Niederwild/Raubwild (u. a. eben Gänse, Nutria aber nur mit Sondergenehmigung, Dachs, Fuchs) gab es 4659 (Vorjahr 4459) erlegte Tiere, beim Rotwild 219 (252), Damwild 63 (74), Schwarzwild 2087 (1546), Rehwild 2454 (2415) und beim Muffelwild 31 (82). „Beim Muffelwild hat der Wolf schon zugeschlagen. In drei, vier Jahren werden wir hier wohl kein Muffelwild mehr haben“, prognostizierte Roese.

Hingegen habe der Wolf auf die Schwarzwildstrecke noch keinen Einfluss. Wenn das Wolfsmanagement im Land Brandenburg fortgeschrieben wird, werde auch der Landesverband seine Forderungen einbringen, wie Geschäftsführer Matthias Schannwell betonte: wie zum Beispiel Rückzugsgebiete, Bestandsschutz, Entschädigung bei Tötung von Jagdhunden. Im Jagdverband Perleberg sind derzeit 151 Jagdhunde registriert.

Matthias Schannwell hatte für die Perleberger eine gute Nachricht. „Wir haben uns im Vorstand entschieden, dass Sie ein Infomobil Lernort Natur bekommen.“ Bislang leistete der Jagdverband mit einem auf Leihbasis Aufklärungsarbeit. Mit dem eigenen könne man wesentlich aktiver werden, auch an Schulen. „Es wird sicher die Grundausstattung haben. Wir werden noch Tierpräparate dafür anschaffen“, sagte Thomas Maetze. Jetzt fiele ja die Leihgebühr weg, das Geld könne man für die Ausstattung investieren. Aber der Geschäftsführer des Landesverbandes hatte nicht nur gute Nachrichten. Der Verband wolle die Beitragsgebühr erhöhen. Bislang zahlen die Mitglieder 33 Euro pro Jahr plus zwölf für den Bundesjagdverband – also 45 Euro. Diese Gesamtsumme soll um 20 Euro erhöht werden, 15 davon für den Landes- und fünf für den Bundesverband.

Das stieß auf heftige Kritik: Bei solch einer Erhöhung könne man sich sicher sein, dass viele austreten werden. Im vergangenen Jahr hatte der Landesverband erstmals seit Jahren wieder einen Mitgliederzuwachs. Mit den 252 neu gewonnenen Jägern kommt man jetzt auf 9600 Mitglieder.

 

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erstellt am 20.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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