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Der Prignitzer

08. Dezember 2016 | 23:02 Uhr

„Sippel“ räumten ab : Wenn Posaune auf E-Gitarre trifft

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Erst letztes Wochenende gewann Band „Sippel“ den Publikumspreis im Wert von 1000 Euro beim Landesrockfestival 2016 in Rostock

Wenn Blasmusik und Schlagzeugrhythmen in Groß Warnow ertönen, ist es für die Bewohner des Dorfes vermutlich nichts Ungewöhnliches mehr. Denn fast jeden Sonnabend proben dort sieben junge Leute in einer ehemaligen Kneipe. Musik sei nun mal einfach ihre Leidenschaft, so die einhellige Meinung. Die Rede ist von der Band „Sippel“. Der Name klingt ebenso außergewöhnlich wie der Leitspruch „Niemand hat die Absicht, Blasmusik zu spielen“.

„Mittlerweile bedeutet ‚Sippel‘ für uns das, was wir nach all der Zeit daraus gemacht haben. Der Name ist tatsächlich wortwörtlich durch eine Schnapsidee entstanden und prägt sich relativ gut ins Gedächtnis ein, weswegen wir ihn beibehalten“, erklärt Frontfrau Vivien Bludovsky. Zwei bis drei Stunden Probezeit fielen auf jeden Fall an, wenn sich die sieben Musiker regelmäßig zusammenfänden, obwohl sie von Wismar bis Magdeburg verteilt seien. „Im Winter werden es genau vier Jahre. So lange sind wir schon eine Band“, bemerkt die 22-Jährige aus Neustadt-Glewe im Gespräch.

Das erstmalige Aufeinandertreffen sei jedoch recht spontan und ungezwungen ausgefallen. „Ich nahm damals Gesangsunterricht und im Zuge dessen musste ich mich an einem Wochenende durchgehend mit anderen Musikern treffen und proben“, erinnert sich die Lehramt-Studentin für Deutsch und Englisch.

„In den Pausen traf ich zufällig auf Konsti, Tobi, Jan und Basti. Sie jammten gemeinsam vor sich hin und zu hören war eine vollkommen andersartige Musik, als jene, die wir zuvor während der Probe gespielt hatten. Ich war sofort begeistert. Schnappte mir ein Mikro, das umherlag, und begann zu singen“, erzählt die gebürtige Lewitzstädterin weiter und schmunzelt. Aus Spaß sei schnell noch mehr Spaß geworden, nur mit einer großen Portion Organisationstalent und Durchhaltevermögen.


Trotz viel Stress wird regelmäßig geprobt


„Trotz Abitur, Studium, Ausbildung oder anderer Verpflichtungen war es uns immer ein Bedürfnis, gemeinsam zu musizieren. Egal wie viel Aufwand das für jeden von uns bedeutete“, so Vivien. Die Lieder und Texte der Band seien eigenhändig komponiert und verfasst. „Zum Glück setzte sich die Entscheidung zu deutschsprachiger Musik schnell durch“, ergänzt die Sängerin, „Dadurch nehmen wir auch das Publikum schnell mit und es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl, wenn du selbst auf der Bühne stehst, singst und hörst, dass deine Fans mitsingen können und es ihnen Freude macht. Außerdem ist es mir persönlich sehr wichtig, dass unsere Texte auch eine Aussage haben.“

Das erste Lied der „Sippels“, wie sie von ihren Bewunderern liebevoll betitelt werden, hieße „Schluss“. „Als wir uns zusammen taten, bedeutete es für jeden von uns, dass wir eine alte Zeit hinter uns lassen mussten, um eine neue zu beginnen. Ein Lieblingslied der Band ausfindig zu machen, sei allerdings sehr schwierig. „Das sind alle unsere Babys. Aber wenn wir uns für eins entscheiden müssten, wäre es wohl ‚Immer laufen‘ oder ‚Länger leben‘. Bei diesen Liedern schaffen wir es, dass auch der letzte Tanzmuffel seinen großen Zeh bewegt“, weiß sie und lacht. Denn Aktion vor der Bühne sei für sie das A und O. Es gäbe nichts Besseres, als zu erleben, wie sich die Zuschauer dank der Musik austobten und auspowerten. „Die Scheinwerfer sind nicht so hell, wie immer alle denken. Wir sehen durchaus noch das Publikum“, stellt Vivien klar.

Seit einem Bandcontest im März 2014 in Boberow ginge es mit der Musikertruppe richtig bergauf. „Durch den Hauptgewinn finanzierten wir uns die erste eigene CD“, erzählt sie freudestrahlend weiter. Die eigene Facebook- Seite, Homepage und das erste eigene Konzert letztes Jahr ließen daher nicht lange auf sich warten.


Hauptziel ist tanzbare deutsche Musik


Selbst auf Sportify, Amazon Music und I Tunes findet man ihre Lieder, die unter dem Genre Brass-Dance-Rock laufen. „Unser Hauptziel ist es, wieder tanzbare Musik zu machen. Zu zeigen, dass man auch mit Posaune, Baritonhorn, Tenorhorn, Trompete und Tuba sehr stimmungsvolle Melodien hervorzaubern kann. Mit der kräftigen Unterstützung unseres Gitarristen, Bassisten und Schlagzeugers, erschaffen wir trotzdem rockige Rhythmen.“

Und: Erst letztes Wochenende gewann die Band den Publikumspreis im Wert von 1000 Euro beim Landesrockfestival 2016 in Rostock. „Das ist wirklich ein wahnsinnig großes Lob und eine riesige Anerkennung, für die wir unseren Fans sehr dankbar sind“, betont Vivien. Das Ritual vor jedem Auftritt sei, dass man einen großen Kreis bilde, sich gegenseitig umarme und Mut zuspräche.

„Das bringt einen ungemein runter. Zu wissen, dort sind meine Leute, die stehen mit mir auf der Bühne und halten zu mir, sind für mich da. Das ist das Wichtigste für eine Band. Die Musik und der Zusammenhalt“, fasst Vivien am Schluss zusammen. Ein kleines Weihnachtsspezial sei bereits auch schon in Aussicht für dieses Jahr. Doch mehr sei erstmal noch nicht verraten.



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