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Der Prignitzer

31. Mai 2016 | 16:07 Uhr

Unternehmen aus Heiligengrabe ganz innovativ : Weltrekord bei OSB-Platten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Swiss Krono GmbH in Heiligengrabe stellt die längsten Platten aus Holzspäne her und verlädt sie in einem Stück.

Einen Weltrekord hat die Swiss Krono GmbH in Heiligengrabe zu vermelden: Hier werden jetzt die längsten OSB-Platten der Welt hergestellt und in einem Stück verladen. Werkleiter Hendrik Hecht ist stolz dies sagen zu können, denn damit beschreitet die Swiss Krono ganz neues Terrain und sichert sich eine umkämpfte Marktposition. „Die Herausforderung war zum einen, unseren Maschinen beizubringen, dass nach drei oder vier Metern noch nicht Schluss ist, und wir mussten uns etwas für die Verladung einfallen lassen“, sagt Hendrik Hecht.

OSB-Platten sind sehr feste und verwindungssteife Platten aus Holzspänen. Diese werden zerkleinert, mit Leim besprüht und zu Platten gepresst. Viele kennen diese OSB-Platten vielleicht aus dem Baumarkt, wo sie in den Standardmaßen 200 mal 60 mm zum Programm gehören. Was der Heimwerker sonst mit dem Auto nach Hause fährt, kommt nun auf einen überlangen Tieflader – mit 17,5 Meter Länge baut niemand weltweit solche Platten. Ein Stückgewicht von etwa 900 Kilogramm bringen die Riesenplatten auf die Waage.

Die Platten werden zum Bau von Gebäuden verwendet. „Wie man das bei Fertigteilhäusern kennt, werden unsere Platten zu Modulen verarbeitet. Hier finden sie vor allem als Bodenplatten und Seitenwände ihre Bestimmung“, sagt Hendrik Hecht. Die in Heiligengrabe verladenen Platten werden in die Schweiz transportiert und dort zu zahlreichen Modulen verarbeitet. Anschließend wird aus diesen eine Grundschule in Nürnberg gebaut. „Wie im Baukastensystem werden die Module vorbereitet und dann innerhalb kurzer Zeit am Bestimmungsort zusammengesetzt“, erklärt Hendrik Hecht. „Denn jeder Stoß und jede Fuge birgt gefahren. Fliesen können brechen, Wärmebrücken können entstehen und so kann man diese Gefahren umgehen“, erklärt Hendrik Hecht. Swiss Krono hat zahlreiche Anfragen nach Platten in diesem Ausmaße.

Schwierig war die Verladung der Platten. Sie werden jetzt mit einem großen System aus Saugnäpfen angehoben. Einmal angepresst, wird ein Vakuum erzeugt. Per Unterdruck der vielen Saugnäpfe kann die Platte auf den Lkw gehoben werden. Auf einem werden immer sechs Platten aufeinander gestapelt. „Am Bestimmungsort wird dann immer ein ganzer Block mit dem Kran entladen“, sagt Hecht. Die riesigen Platten können in Heiligengrabe aber nicht gelagert werden. Deshalb wird die Produktion ganz genau koordiniert. Wenn der Lkw in der Verladehalle bereitsteht, werden die Platten hergestellt und noch warm direkt nach der Herstellung verladen. „Stellen Sie sich vor, Sie gehen früh morgens zum Bäcker. Zu Hause gibt es dann warme Frühstücksbrötchen. Ich könnte wetten, dass unsere Platten auch noch warm sind, wenn sie beim Kunden ankommen“, sagt Hecht.

Mit der Herstellung der Riesenplatten will sich Swiss Krono ein neues Marktsegment eröffnen. Zwar können diese Platten nicht so schnell hergestellt werden wie die handelsüblichen Baumarktplatten, dafür sind sie eine Spezialanfertigung, aber auch ein wenig teurer. „Wir werden dafür weniger lukrative Produkte zurückfahren und uns verstärkt auf diese Produktlinie konzentrieren“, sagt Hendrik Hecht.

Die Swiss Krono GmbH ist identisch mit den bekannten Werken Kronotex und Kronoply in Heiligengrabe. Zum 50-jährigen Firmenjubiläum der Krono-Gruppe hat die Unternehmensführung in der Schweiz entschieden, alle Tochterunternehmen unter dem „Swiss“ zusammen zu fassen und erst dann die Unternehmensbezeichnung anzufügen. Dazu gab es ein neues, einheitliches Logo.

Auch die rechtliche Firmierungsänderung wurde Anfang März abgeschlossen. In Falkenhagen sind jetzt die Swiss Krono GmbH und die Swiss Krono tex GmbH&Co. KG ansässig.  

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